In 2.Timotheus 4,9.13 können wir von der apostolischen Anweisung des Apostels Paulus an seinen geistlichen Sohn Timotheus lesen, der ihn aufforderte schnell zu ihm zu kommen. Paulus wies ihn dabei an den Mantel, die Bücher und die Pergamente, die er bei Karpus in Troas ließ, mitzubringen.
2.Timotheus 4,9.13:
9 Beeile dich, dass du bald zu mir kommst. …
13 Den Mantel, den ich in Troas ließ bei Karpus, bringe mit, wenn du kommst, und die Bücher, besonders die Pergamente.
Paulus befand sich zu dieser Zeit in der Bedrängnis, ein Gefangener in Rom zu sein.
Das „apostolische Schmelzen“ und die richte Perspektive
Er ließ Timotheus in diesem Brief außerdem wissen, dass einige seiner Mitgefährten ihn verlassen hatten, weil sie sich anders geistlich ausrichteten und einer von den gläubigen Brüdern sogar die Welt mehr liebgewonnen hatte als die Wahrheit zum Wort (vgl. 2.Timotheus 4,10).
2.Timotheus 4,10:
10 Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt lieb gewonnen und ist nach Thessalonich gezogen, Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.
Diesen Vorgang könnte man als ein „apostolisches Schmelzen“ bezeichnen, das dem Prinzip aus Johannes 3,30 i.V.m. Galater 2,20 ähnelt. Dieses „apostolische Schmelzen“ steht mit einem Perspektivwechsel der Menschen im näheren Umfeld in Verbindung. Dabei prüft der HERR, ob ihr freier Wille mit seinem Willen übereinstimmt (vgl. Sprüche 21,2).
Johannes 3,30:
30 Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Sprüche 21,2:
2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HERR prüft die Herzen.
Paulus machte ebenso gegenüber seinem geistlichen Sohn und dem Leiter Timotheus deutlich, dass Lukas bei ihm in der Bedrängnis war bzw. blieb und forderte Timotheus auf Markus zu ihm mitzubringen (vgl. 2.Timotheus 4,11).
2.Timotheus 4,11:
11 Lukas [Anm.: bedeutet „Licht“] ist allein bei mir. Markus [Anm.: bedeutet „Mann“] nimm zu dir und bringe ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zum Dienst.
Aus den zuvor genannten Bibelstellen wird eine Strategie für uns erkennbar, die wir als Volk Gottes in Zeiten der Bedrängnis anwenden dürfen und beachten sollten.
Das Leben im Licht der Offenbarung
Zuallererst ist es nötig, dass wir die Kraft der Offenbarung des Wortes Gottes, symbolisiert durch Lukas, bei uns haben und diese durch die Führung des Heiligen Geistes als den Geist der Wahrheit kultivieren (vgl. Psalm 119,105 i.V.m. 2.Petrus 1,19; Johannes 16,13).
Psalm 119,105:
105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
2.Petrus 1,19:
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
Johannes 16,13:
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
Das unterstützt uns darin, während wir uns in Bedrängnis befinden, nicht hoffnungslos zu werden, sondern im jeweiligen Umstand das Gefühl von Ausweglosigkeit mit größerer Autorität im Glauben, symbolisiert durch Markus, zu durchbrechen (vgl. Römer 10,17).
Römer 10,17:
17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
Am Beispiel von Johannes dem Täufer, der von Herodes ins Gefängnis geworfen wurde, wird deutlich, dass bedrängende Umstände dazu führen können, dass offenbarende Wahrheiten in Vergessenheit geraten und dadurch Hoffnungslosigkeit hervorgerufen wird (vgl. Matthäus 11,1-3).
Matthäus 11,1-3:
1 Und es begab sich, als Jesus diese Gebote an seine zwölf Jünger beendet hatte, dass er von dort weiterging, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3 und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
Aufgrund der Bedrängnis, in der er war, konnte Johannes sich nicht mehr an die Heimsuchung Gottes bei der Taufe Jesu erinnern, wo sich der Himmel geöffnet hatte, der Heilige Geist als Taube auf Jesus herabgekommen und auf ihm geblieben war, während Gottes Stimme ertönte. Somit konnte er sich an die Offenbarung, die er hatte, nicht mehr ausreichend erinnern.
Es ist für uns in Bedrängnissen unbedingt wichtig, dass wir in solchen herausfordernden Umständen die Kraft der Erinnerung anwenden, um durch die Herausforderung zu gehen und am Ende in eine neue Freiheit durchbrechen (vgl. Psalm 103,2).
Psalm 103,2:
2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: …
Da unser Gott im Besitz des Buches der Erinnerung ist, sind wir ebenso dazu ermutigt die Kraft der Erinnerung in Form der gemachten Erfahrungen gerade in Zeiten von Herausforderung anzuwenden, um darin Trost sowie Erbauung zu finden (vgl. Maleachi 3,16).
Maleachi 3,16:
16 Aber die Gottesfürchtigen trösten sich untereinander: Der HERR merkt und hört es, und es wird vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und an seinen Namen gedenken.
Die Erinnerung des Apostels an seinen Mantel, die Bücher und Pergamente aus dem Bereich der „Frucht“ repräsentiert durch Karpus, macht uns deutlich, dass wir die uns bereits gegebene Salbung und etablierte Offenbarungen in der Gegenwart neu anwenden. Diese haben wir durch das Studium im Wort Gottes sowie durch Lebensumstände gewonnen, die in der Vergangenheit um Jesu willen bereitwillige Opfer von uns erforderten (vgl. Psalm 54,8).
Psalm 54,8:
8 So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.
Daraus resultiert, dass wir diese in der uns vorhandenen Offenbarungskraft Gottes in Form von Erkenntnis anwenden, so dass wir an geistlicher Autorität für die Zukunft zunehmen. Das können wir erst, wenn es Umstände von uns fordern die Wahrheit des Wortes anzuwenden, indem wir der Wahrheit des Wortes Gottes mehr als unseren Gedanken oder früheren Verhaltensmustern glauben.
Unsere Autorität beinhaltet Reife, die nicht ohne Taten aus Glauben auskommt, um darin integer und treu zu leben, womit wir zu Durchbrüchen innerhalb der Ekklesia beitragen.
Die beschleunigte Übertragung und die herrliche Freiheit des Söhne Gottes
Dabei liegt für uns auf der beschleunigten Übertragung geistlicher Werte und Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Gegenwart ein besonderes Gewicht. Unsere früheren Erfahrungen in Christus verbunden mit den Werten Gottes wenden wir in unserem „Jetzt“ als Moment an, da dies mit einem zukünftigen Zeitrahmen verbunden ist. Dieses Prinzip zeigt sich in der Anweisung des Apostels an seinen geistlichen Sohn Timotheus, unbedingt noch vor dem Winter zu ihm zu kommen (vgl. 2.Timotheus 4,21a).
2.Timotheus 4,21a:
21a Beeile dich, dass du vor dem Winter kommst. …
Viele lesen es so, dass es aus physischen Gründen damaliger Umstände zu dieser Anweisung verbunden mit Reisen kommt, aber das wäre zu oberflächlich. Geistlich gesehen geht es um die Einwirkung von apostolischer Freiheit aus dem Bereich der Sohnschaft, die in den Bereich des „Stillstands“ der apostolischen Vaterschaft wirkt, um zu einem göttlichen Momentum beizutragen. Indem ist dieses Zusammentreffen ein Umstand, der den Durchbruch bewirkt und eine neue Zeit der herrlichen Freiheit der Söhne Gottes einläutet (vgl. Römer 8,21).
Römer 8,21:
… 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder [Anm.: Söhne] Gottes.
Diese herrliche Freiheit der Söhne Gottes umfasst das Ende einer früheren apostolischen Zeit und den Beginn einer neuen.
Sie führt uns darin von einem Wandel in Demut zu einem Wandel in der Ehrerbietung Gottes, in dem Anbetung einem Fahrstuhl entspricht und man auf eine neue geistliche Ebene von Autorität und Regierung in Christus geführt wird (vgl. Psalm 100,4 i.V.m. Offenbarung 4,1-2).
Psalm 100,4:
4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
Offenbarung 4,1-2:
1 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll.
2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.
Amen und Amen.
In Seiner Weisheit,
Daniel Glimm
