Das Licht der Offenbarung und die oberen Wasser

Wenn wir als Volk Gottes mit der prophetischen Dynamik des Zeugnisses Jesu unseren Weg fortsetzen auf der Wahrheit des Wortes Gottes gegründet, gehen wir tiefer in unsere Verheißung (vgl. Offenbarung 19,10e i.V.m. 2.Petrus 1,19-21).
 
Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
 
2.Petrus 1,19-21:
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.
 
Anhand der Aussage Jesu in Bezug auf das Licht, sind wir aufgefordert, die Kraft der Offenbarung nicht unter einen Scheffel, sondern in der Gegenwart des Heiligen Geistes zu platzieren.
 
Das platzierte Licht der Offenbarung im Heiligen Geist
 
Diese Platzierung in seiner Siebenfältigkeit, was auf den Leuchter als Menora hinweist, beinhaltet die kostbare und erfüllende Gegenwart des Heiligen Geistes (vgl. Markus 4,21-23 i.V.m. Jesaja 11,2).
 
Markus 4,21-23:
21 Und er sprach zu ihnen: Zündet man etwa ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um es auf den Leuchter zu setzen.
22 Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, und ist nichts geheim, was nicht an den Tag kommen soll.
23 Wer Ohren hat zu hören, der höre!
 
Jesaja 11,2:
2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
 
Es ist der Heilige Geist, der uns in der zugeteilten Offenbarung in die jeweilige Wahrheit führt, so dass wir mit der Kraft der offenbarenden Wahrheit in fester Zuversicht voranschreiten können (vgl. Johannes 16,13).
 
Johannes 16,13:
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
 
Der Bereich des Zeugnisses Jesu kann zudem mit dem Obergemach zu Pessach oder zu Schawuot (Anm.: Pfingsten) gleichgesetzt werden, wo Brot und Wein sowie Wind und Feuer Zeugnis von der Liebe und Kraft des himmlischen Vaters ablegten (vgl. Lukas 22,7-9.12-13 i.V.m. Johannes 3,16; Lukas 24,49; Apostelgeschichte 1,13a.; Apostelgeschichte 2,2-4).
 
Lukas 22,7-9.12-13:
7 Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm opfern musste.
8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir es essen.
9 Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir es bereiten? …
12 Und er wird euch einen großen Saal [Anm.: Obergemach] zeigen, der mit Polstern versehen ist; dort bereitet es.
13 Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.
 
Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
 
Lukas 24,49:
49 Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe.
 
Apostelgeschichte 1,13a:
13a Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, …
 
Apostelgeschichte 2,2-4:
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
 
Die zwei Attribute von Brot [Anm.: לֶחֶם – läḥäm] und Wein [Anm.: hebr. יַיִן – jajin] tragen im hebräischen gemeinsam den Zahlenwert „148.“ Diesen Zahlenwert trägt auch der Name „Pessach“ [hebr. פֶּסַח], was das Führungsfest der von Gott angeordneten biblischen Feste beinhaltet und mit Jesu Leib sowie Blut verbunden ist (vgl. Lukas 22,19-20).
 
Lukas 22,19-20:
19 Und er nahm das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.
20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!
 
Wir wissen, es war zur Zeit von Pessach, in der Gott sein erwähltes Volk Israel herauf- und hinaus aus Ägypten geführt hat (vgl. 2.Mose 3,17 i.V.m. 2.Mose 33,1).
 
2.Mose 3,17:
… 17 und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens führen [Anm.: heraufführen] in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt.
 
2.Mose 33,1 (Rev. Elberfelder):
1 Und der HERR redete zu Mose: Geh, ziehe von hier hinauf, du und das Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, in das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will ich es geben.
 
Wir dürfen nicht vergessen, dass es im Interesse des himmlischen Vaters liegt, dass wir durch seinen Heiligen Geist in einen höheren Bereich seines Wortes hineingeführt werden, um ihn dort im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Unsere Beziehung zum Vater wird erst durch Christus, der die Wahrheit ist, möglich zu vertiefen (vgl. Johannes 4,23-24 i.V.m. Johannes 14,6).
 
Johannes 4,23-24:
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
 
Der Aufenthalt in den oberen Wassern des HERRN
 
Dieser Ort für uns in der Beziehung zum Vater in dieser Anbetung im Geist und in der Wahrheit umfasst den Aufenthalt in den oberen Wassern Gottes, so wie es uns Psalm 148,1.4 offenbart.
 
Psalm 148,1.4:
1 Halleluja!
Lobet im Himmel den HERRN, lobet ihn in der Höhe! …
4 Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel!
 
Die Wasser über dem Himmel umfassen den Saphirbereich des Thronsaals Gottes, der sich über den Köpfen der vier Kerubim befindet, wie es in den Offenbarungen von Hesekiel beschrieben ist (vgl. Hesekiel 1,26 i.V.m. Hesekiel 10,1).
 
Hesekiel 1,26:
26 Und über der Feste, die über ihrem Haupt war, sah es aus wie ein Saphir, einem Thron gleich, und auf dem Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch.
 
Hesekiel 10,1:
1 Und ich sah, und siehe, an der Himmelsfeste über dem Haupt der Kerubim glänzte es wie ein Saphir, und über ihnen war etwas zu sehen wie ein Thron.
 
Es ist eine Art von übernatürlicher Kommunikation in Form der hohen Gedanken und Wege Gottes, so wie es der Prophet Jesaja beschreibt, den wir gerne zitieren und in dessen offenbarender Wahrheit wir uns dem Geist mit unserer Seele unterstellen (vgl. Jesaja 55,8-9).
 
Jesaja 55,8-9:
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
 
Diese übernatürliche Kommunikation ist mit der souveränen Regierung Gottes verbunden, die sich im kristallenen Meer als Präsenz des Löwen, des Stiers, des Menschen und des fliegenden Adlers reflektiert, da sie sich vor dem Thron Gottes befinden (vgl. Offenbarung 4,6-7).
 
Offenbarung 4,6-7:
6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten.
7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.
 
Es sind die oberen Wasser, die die Kommunikation des Geistes umfassen und das, was im Himmel ist, auf die Erde bringen, indem sie die ausgesprochenen und fest geschriebenen Worte Gottes tragen.
 
Die oberen bzw. hohen Wasser weisen somit auf die Freisetzung geistlicher Segnungen hin, die Gott für uns bereithält, weil seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser ist. Dieses Rauschen ist mit der Vorwärtsbewegung und dem Flügelschlag der vier Kerubim verbunden, die mit der Präsenz des Throns Gottes agieren (vgl. Jesaja 55,10-11 i.V.m. Hesekiel 1,24a).
 
Jesaja 55,10-11:
10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
 
Hesekiel 1,24a:
24a Und wenn sie gingen, hörte ich ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, ein Getöse wie in einem Heerlager. …
 
Eines der hebräischen Worte, das für „hoch“ im Wort Gottes verwendet wird, ist „gōbah.“ Es ist abgeleitet von dem Wurzelwort „gābah“, was unter anderem „zu schweben, an Mut gewinnen“ bedeutet. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den Worten „gōbah-hoch“ und „gābah-zu schweben, an Mut gewinnen“ mit der Wortschlüsselnummer H1386 und H1384.)
 
Es ist demnach übernatürlicher Mut, den Gott der Vater freisetzt, während wir uns in fester Zuversicht also im Glauben in seinen hohen Gedanken sowie auf seinen hohen Wegen voran bewegen. Das kostet uns den Preis, dass wir unseren seelischen Mustern in Unglauben, Zweifel, Sorgen und unguten Gedanken nicht mehr nachgehen können. Vielmehr lassen wir das Frühere, Bekannte und Bequeme los, um uns in seinen höheren Gedanken aufzuhalten.
 
Deshalb sollten wir uns wie die Jünger Petrus und Johannes, die Jesus zur Zeit des Pessach aussandte auf die Suche nach dem Obergemach der hohen Wasser machen. Jesus offenbarte ihnen, dass sie auf einen Mann mit einem Wasserkrug treffen würden, der in das ausgewählte Gebäude ging. Es ist davon auszugehen, dass jener Mann den mit Wasser gefüllten Krug auf dem Kopf ins Gebäude getragen hat (vgl. Lukas 22,8.10).
 
Lukas 22,8.10:
8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir es essen. …
10 Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, …
 
Der Aufruf den Moment Gottes zu erkennen
 
Wir sind als Ekklesia aufgefordert seine Stunde bzw. den Moment seines Rufes zu erkennen, indem wir die von ihm vorbereiteten „Stufen des Aufstiegs“ besteigen. Das geht einher mit dem Offenbarwerden der Hand Gottes, die eine größere Herrlichkeit und Gerechtigkeit bereithält.
 
Dieser Vorgang ähnelt dem Zurückgehen des Schattens an der Sonnenuhr des Ahas um zehn Stufen, was bedeutet, dass das Sonnenlicht an zehn Stufen zunahm (vgl. Jesaja 38,8).
 
Jesaja 38,8:
8 Siehe, ich will den Schatten an der Sonnenuhr des Ahas zehn Striche zurückziehen, über die er gelaufen ist. Und die Sonne lief zehn Striche zurück an der Sonnenuhr, über die sie gelaufen war.
 
Die zehn Stufen können in diesem Kontext mit dem hebräischen Buchstaben „jod“, der den Zahlenwert „10“ trägt und mit der „Hand“ verbunden ist im Zusammenhang stehen. Es ist das „jod“, dass auf das Potential „des Kleinen“ hinweist, welches alles im Wort Gottes zusammenhält, um zur Erfüllung beizutragen. Wie sehr wir es beachten, tun und lehren entscheidet über unseren Zugang in der Führung Gottes zu stehen (vgl. Matthäus 5,17-19).
 
Matthäus 5,17-19 (Rev. Elberfelder):
17 Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota (Anm.: griech. „iōta“ weist auf den zehnten hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) oder ein Strichlein (Anm.: griech. „kerạịa – Haken, Horn“ und weist ebenfalls auf den hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
19 Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.
 
Darüber hinaus ist das hebräische Wort für „Hand“ das Wort „jād.“
 
Es bedeutet unter anderem auch „Macht und Gewalt.“
 
Anhand der Sonnenlichtzunahme und den zehn Stufen wird für uns darin die Kraft der Hand Gottes erkennbar, die voller Licht ist, weil keine Finsternis in ihm ist (vgl. 1.Johannes 1,5 i.V.m. Jakobus 1,17).
 
1.Johannes 1,5:
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
 
Jakobus 1,17:
17 Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.
 
Es ist die Hand Gottes, die in den Bereich der oberen Wasser über den Himmeln zieht, um in größerer Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN zu leben (vgl. Hesekiel 8,3a; Habakuk 2,14).
 
Hesekiel 8,3a-b:
3a-b Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes. Da führte mich der Geist fort zwischen Himmel und Erde …
 
Habakuk 2,14:
14 Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
 
Indem wir bewusster in diese Kraft und Führung Gottes eintreten wollen, intensivieren sich unsere Gebete in prophetischer Salbung und die Ausrichtung im Glauben aktiv zu handeln, mutig zu sein in der Besonnenheit des Heiligen Geistes als auch unser Lobpreis in diesen Tagen. Eine besondere Zeit, in der wir uns auf Schawuot, dem nächsten hohen biblischen Fest, vorbereiten dürfen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel und Tina Glimm