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Die Räder des Thronwagens Gottes und die Versetzung

24.10.2020, Daniel Glimm


Vor einigen Tagen betonte der HERR das Wort „Versetzung“ (hebr. „nāśā‘“), dessen Verwendung im Hebräischen unter anderem im Zusammenhang mit „der Verwehung von Spreu durch den Wind oder auch die Entrückung eines Menschen durch den Geist Gottes“ steht (Anm.: Erklärung zum Wort Versetzung – nāśā‘ aus der Elberfelder Studienbibel mit der Wortschlüsselnummer: 5464 entnommen).
 
Das Wasserrad und die Versetzung an einen höheren Ort
 
Während ich vom Heiligen Geist zu diesem Wort geführt wurde, eröffnete sich eine offene Vision, in der ich ein Wasserrad sah, dessen Schaufeln Wasser aus einem fließenden Gewässer mit lebendigen Fischen nach oben in ein stehendes Gewässer schaufelte, das auf mich wie ein großer Stausee bzw. Meer wirkte.
 
Bei dem verwendeten hebräischen Wort für „Versetzung“ handelt es sich um ein Wort, das mit dem hebräischen Buchstaben „Nun“ beginnt, was „Fisch“ bedeutet.
 
Josua, der das Volk Israel in das Land der Verheißung führte, war ein Sohn „Nuns“, was bedeutet, dass es Gottes Plan ist, uns als sein Volk in eine höhere Ebene des Geistes zu führen. Hierbei spielen die Räder des Thronwagens Gottes eine bedeutende Rolle.
 
Diese tragen dazu bei, dass wir mit unserem inneren Wesen in Form von Geist und Seele an einen höheren Ort des Geistes gebracht werden, der mit der Gegenwart Gottes einhergeht, in der wir das Angesicht Gottes in der Form eines Stiers sehen, so wie es Hesekiel 10,14 beschreibt, die kerubische Gegenwart umfassend.
 
Hesekiel 10,14:
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Kerubs (Anm.: Stiers), das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
 
Diese Gegenwart tritt in Erscheinung mit dem gerechten Wesen Gottes, durch das sein Urteil ergeht, um Gerechtigkeit auf der Erde zu etablieren.
 
Anhand von Hesekiel 1 und Hesekiel 10 wird deutlich, dass es sich um zwei verschiedene Ebenen des Geistes handelt, da die vier Wesen mit ihren Rädern in Hesekiel 1 als lebendige Wesen bezeichnet werden, die mit der Heimsuchung Gottes inmitten von Gefangenschaft einhergehen.
Hierbei handelt es sich um die Dimension des „Lebens Gottes“, weil die Räder dieser vier lebendigen Wesen ihren lebendigen Geist in sich tragen und das Angesicht des Stiers an dritter Stelle in Verbindung mit der linken Seite genannt wird (vgl. Hesekiel 1,10.19-21).
 
Hesekiel 1,10.19-21:
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. …
19 Und wenn die Gestalten gingen, so gingen auch die Räder mit, und wenn die Gestalten sich von der Erde emporhoben, so hoben die Räder sich auch empor.
20 Wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und die Räder hoben sich mit ihnen empor; denn es war der Geist der Gestalten in den Rädern.
21 Wenn sie gingen, so gingen diese auch; wenn sie standen, so standen diese auch; und wenn sie sich emporhoben von der Erde, so hoben sich auch die Räder mit ihnen empor; denn es war der Geist der Gestalten in den Rädern.
 
Die Gegenwart der Räder geht einher mit der Furcht des HERRN, da die Räder eine Größe von Vision tragen, die zur Furcht des HERRN beiträgt (vgl. Hesekiel 1,18).
 
Hesekiel 1,18 (Lutherbibel 2017):
18 Und ihre Felgen waren hoch und furchterregend, ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern.
 
Es ist die Furcht des HERRN, die der Beginn der Weisheit ist und somit in eine höhere Ebene des Himmels führt, die sogleich mit den Tiefen des Sohnes Gottes verbunden ist (vgl. Psalm 111,10a; Sprüche 9,10 i.V.m. Kolosser 2,3).
 
Psalm 111,10a:
10a Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. …
 
Sprüche 9,10:
10 Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.
 
Kolosser 2,3:
… 3 in welchem (Anm.: Christus) verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
In Hesekiel 10 werden die vier Wesen überwiegend als Kerubim bezeichnet, deren Räder, Flügel sowie Leib voller Augen sind, wobei das Kerubgesicht (Anm.: Angesicht des Stiers) an erster Stelle genannt wird. In dieser Vision der Kerubim wird hierbei der Vorgang des Gerichtes Gottes über der Stadt beschrieben (vgl. Hesekiel 10,1-2.9-14).
 
Hesekiel 10,1-2.9-14:
1 Und ich sah, und siehe, an der Himmelsfeste über dem Haupt der Kerubim glänzte es wie ein Saphir, und über ihnen war etwas zu sehen wie ein Thron.
2 Und er sprach zu dem Mann in dem Kleid von Leinwand: Geh hinein zwischen das Räderwerk unter dem Kerub und fülle deine Hände mit glühenden Kohlen, die zwischen den Kerubim sind, und streue sie über die Stadt. Und er ging hinein vor meinen Augen. …
9 Und ich sah, und siehe, vier Räder standen bei den Kerubim, bei jedem Kerub ein Rad, und die Räder sahen aus wie ein Türkis, 10 und alle vier sahen eins wie das andere aus; es war, als wäre ein Rad im andern.
11 Wenn sie gehen sollten, so konnten sie nach allen ihren vier Seiten gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden; sondern wohin das erste ging, da gingen die andern nach, ohne sich im Gehen umzuwenden.
12 Und ihr ganzer Leib, Rücken, Hände und Flügel und die Räder waren voller Augen um und um bei allen vieren.
13 Und die Räder wurden vor meinen Ohren „das Räderwerk“ (Anm.: Galgal) genannt.
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Kerubs (Anm.: Stiers), das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
 
Ihre Bewegung war so kraftvoll, dass sie in diesem himmlischen Bereich von jemandem, „der verborgen blieb“ mit dem Namen „Galgal“ genannt wurden, was „Räderwerk“ bedeutet. Dieses Wort wird ebenfalls in Prediger 12,6 für „ein Schöpfrad am Brunnen“ verwendet.
 
Die rotierende Bewegung der Räder und die Hand Gottes
 
Daraus wird deutlich, dass die Räder der Wesen bzw. Kerubim durch ihre rotierende Bewegung einen wirbelnden Sog im Geist kreieren. Dieser führt dazu, dass der betreffende Gläubige durch die Hand Gottes, die die bereits mit dem Heiligen Geist in ihm etablierte Herrlichkeit ergreift, den Gläubigen mit „geballter Faust“ – also großer Auswirkung – in eine höhere Dimension des Geistes versetzt. Dort in eine höhere Ebene geführt in Form einer Versetzung, wird dem Gläubigen möglich, die Dinge zu sehen, die der HERR offenbaren möchte. (vgl. Hesekiel 3,12a; Hesekiel 8,3a-b).
 
Hesekiel 3,12a:
12 Und der Geist hob mich empor, …
 
Hesekiel 8,3a-b:
3a-b Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes. Da führte mich der Geist fort zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in göttlichen Gesichten zu dem Eingang des inneren Tores, …
 
Es ist die Hand Gottes in Form einer „geballten Faust“, die mit einem Zusammenziehen einhergeht und die Ebenen des Himmels gemäß seinem Plan verändern kann (vgl. Jesaja 11,15).
 
Jesaja 11,15:
15 Und der HERR wird austrocknen die Zunge des Meeres von Ägypten und wird seine Hand (Anm.: Faust) gehen lassen über den Euphrat mit seinem starken Wind und ihn in sieben Bäche zerschlagen, sodass man mit Schuhen hindurchgehen kann.
 
Diese tiefen Dimensionen des Himmels stehen in Verbindung mit der Hand Gottes, da er die
Wasser mit der hohlen Hand misst (vgl. Jesaja 40,12a).
 
Jesaja 40,12a:
12a Wer misst die Wasser mit der hohlen Hand, …?
 
Die Struktur des Königreiches, in dem wir uns als Volk Gottes bewegen, ist mit seinen verschiedenen Ebenen der Himmel an das Element des Wassers gekoppelt. Das wird anhand des hebräischen Wortes „mamlākāh“, das für den Begriff „Königreich“ verwendet wird deutlich.
 
Dieses hebräische Wort beginnt zweifach mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“, der unter anderem mit „Wasser“ verbunden ist sowie den Zahlenwert „40“ trägt. Das im Wort Gottes verwendete hebräische Wort für „Wasser“ ist „Majim“ und wird ausschließlich in der Pluralform benutzt. Es beginnt mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“ und schließt zugleich damit ab. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „mamlākāh – Königreich“ mit der Wortschlüsselnummer 4542)
 
Darüber hinaus erkennen wir die Struktur des Königreiches und dessen Beziehung zum Wasser ebenfalls im Geistbereich anhand des geographischen Ortes des Throns Gottes, der mit der Anwesenheit des gläsernen Meers fest verbunden ist (vgl. Offenbarung 4,6).
 
Offenbarung 4,6:
6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten.
 
Die Versetzung und erforderlichen Veränderungen
 
Wenn der HERR uns als sein Volk an einen neuen geistlichen Ort versetzt, bleibt es nicht aus, dass wir vom Heiligen Geist in unserem inneren Wesen geworfelt bzw. geschüttelt werden, so dass das, was unsere geistliche Sicht behindert, entfernt wird. Nur so bleibt es uns möglich in seiner Nähe zu bleiben und in seinem Licht die offenbarende Wahrheit zu erkennen, die für uns Veränderung in der Zunahme von seiner Wahrheit bedeutet (vgl. Matthäus 3,12 i.V.m. Psalm 36,10; Johannes 8,31.32).
 
Matthäus 3,12:
12 Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
 
Psalm 36,10:
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
 
Johannes 8,31-32:
31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger 32 und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
 
Es ist der Vorgang des Worfelns mit der Worfschaufel, bei dessen hebräischen Wort (Hebr. „misräh“) es sich ebenfalls um ein Wort handelt, das mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“ beginnt sowie im engen Zusammenhang mit dem Wind des Nordens (Hebr. „mĕsāräh“) steht, wo sich „der Berg Gottes – die Stadt des großen Königs“ befindet (vgl. Psalm 48,3).
 
Psalm 48,3:
3 Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der Gottesberg fern im Norden, die Stadt des großen Königs.
 
(Anm.: Erklärung zu den Worten misräh - Worfschaufel und „mĕsāräh – Nordwind“ aus der Elberfelder Studienbibel mit der Wortschlüsselnummer: 4288*; 4289* entnommen).
 
Es ist unter anderem der Nordwind, der mit dem Erwachen bzw. Aufstehen einhergeht (vgl. Hohelied 4,16a).
 
Hohelied 4,16a:
16a Steh auf, Nordwind, …
 
Da das „Mem“ wie bereits erwähnt mit dem Element des „Wassers“ in Verbindung steht und auch der Norden mit „der Stadt des großen Königs“ verbunden ist, sehe ich einen Bezug zum Bereich des Thronraums Gottes, der über ein kristallenes Meer verfügt sowie zu dem souveränen Eingreifen Gottes, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
 
Darüber hinaus geht das Worfeln einher mit der vertikalen Bewegung der Worfschaufel, worin man ebenfalls einen Zusammenhang mit der Aufwärtsbewegung der Räder der lebendigen Wesen bzw. der Kerubim des Thronwagens Gottes sehen kann (vgl. Hesekiel 1,19).
 
Hesekiel 1,19:
19 Und wenn die Gestalten gingen, so gingen auch die Räder mit, und wenn die Gestalten sich von der Erde emporhoben, so hoben die Räder sich auch empor.
 
Lasst uns demnach als Volk Gottes zu jedem Vorgang der Bewegung des Geistes eine eindeutige und innere Zustimmung finden, um bereit zu sein, das loszulassen, was wir im höheren Bereich einer erneuerten Perspektive und frischer, lebendiger Vision nicht länger benötigen, so dass wir das Ziel unserer Berufung erreichen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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