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Der siebente biblische Monat und der Zyklus der Umkehr

13.10.2016, Daniel Glimm


Einleitung

Als Volk Gottes befinden wir uns derzeit im biblischen Jahr mit der dreifachen „7“ (Anm.: 5777). Die Zahl „7“ steht mit der Vollständigkeit in Verbindung, weil Gott am siebenten Tag den Himmel und die Erde vollendete sowie den siebenten Tag segnete (vgl. 1.Mose 2,2-3).

1.Mose 2,2-3:
2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

Die dreifache Sieben

Die dreifache „7“ in diesem biblischen Jahr ist ein Hinweis auf die drei verschiedenen Ebenen des Lebens, die den Geist, die Seele und den Leib meinen, die eine Einheit bilden, so dass wir als Söhne Gottes in der Lage sind, die vollständigen Pläne des himmlischen Vaters auf der Erde umzusetzen.
Es ist zudem kein Zufall, dass die Charakteristik des Heiligen Geistes gemäß Jesaja 11,2 sieben Eigenschaften trägt, nämlich:

1. der Geist des HERRN
2. der Geist der Weisheit
3. der Geist der Einsicht
4. der Geist des Rates
5. der Geist der Stärke
6. der Geist der Erkenntnis
7. der Geist der Furcht des HERRN.

Alle eben genannten sieben Eigenschaften des Heiligen Geistes sind mit dem sogenannten geistlichen Frühling in Jesus Christus verwoben, weil er der Spross aus dem Stamm Isais bzw. die Wurzel Davids ist und in die größere Offenbarung über das gerechtes Wesen Gottes hineinführt, die mit seinen Urteilen verbunden ist (vgl. Jesaja 11,1-2 i.V.m. Offenbarung 5,5; Offenbarung 22,16).

Jesaja 11,1-2:
1 Und es wird ein Spross hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.
2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.

Offenbarung 5,5:
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.

Offenbarung 22,16:
16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.

Vollständigkeit

Im Zusammenhang mit der Zahl 7 hat Vollständigkeit mit dem Beenden einer Sache zu tun, was Ruhe und Freude zur Folge hat.
Wenn wir z.B. unsere Arbeitszeit des Tages erreicht und alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen haben, dann gehen wir zum Feierabend über, was bedeutet, dass wir uns über unser vollständiges Arbeitsergebnis freuen und uns ausruhen.
Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass wir zu den Zeitpunkten, wenn wir Dinge vollständig beendet haben, wir uns entspannt bzw. wohlfühlen.

Der siebente Tag der Schöpfung

Als Gott den Himmel, die Erde und seine Schöpfung vollendet hatte, trat Adam am siebenten Tag in die Beziehung mit Gott ein, weil Gott es danach verlangte mit dem Menschen Gemeinschaft zu haben.
Gott erschuf den Menschen, um ihn zuerst in die Ruhe mit ihm eintreten zu lassen und die von ihm erschaffenen Werke der sechs Tage zu genießen (vgl. 1.Mose 1,26-27.31; 1.Mose 2,1-4).

1.Mose 1,26-27.31:
26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. …
31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

1.Mose 2,1-4:
1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
4 So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

Deshalb war es auch kein Zufall, dass Gott die Erschaffung des Tages mit der Dunkelheit begann, die ein Hinweis auf das Dienen aus der Ruhe heraus ist (vgl. 1.Mose 1,2-3.5b).

1.Mose 2,2-3.5b:
2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. …
… 5b Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Das neue biblische Jahr und der siebente Monat

Es ist kein Zufall, dass alle neuen biblischen Jahre im Segenszyklus Gottes im siebenten Monat (Anm.: Tischri/Ethanim) ihren Anfang nehmen.
„Tischri“ bedeutet übersetzt „Beginn/Anfang“ und „Ethanim“ beschreibt die starken Wasserströme, weil es der Monat ist, in der die Bäche/Flüsse permanent Wasser führen.
Das heißt, dass Gott, der himmlische Vater in jedem neuen biblischen Jahr danach verlangt, dass wir als sein Volk in der Intensität seines Heiligen Geistes zunehmen und diese erleben sollen.
Auch Jesus Christus sprach zur Zeit des Laubhüttenfestes, das in den o.g. biblischen Monat fällt von der Zunahme des Heiligen Geistes (vgl. Johannes 7,37-39a).

Johannes 7,37-39a:
37 Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
39a Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; …

Das Ende eines Zyklus und der Beginn eines Zyklus

Zu den Zeitpunkten, wenn Gott einen neuen Zyklus beginnt, endet ein alter Zyklus.
Der himmlische Vater und sein Sohn Jesus Christus sind das Alpha und das Omega, was ein Zeichen dafür ist, dass sie über die temporäre Zeit auf der Erde herrschen, die mit dem Anfang und dem Ende verbunden ist (vgl. Offenbarung 1,8 i.V.m. Offenbarung 22,13).

Offenbarung 1,8:
8 Ich (Anm.: der allmächtige Gott) bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Offenbarung 22,13:
13 Ich (Anm.: Jesus Christus) bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.

Das bedeutet, dass wir als Volk Gottes auf Erden die Dinge im himmlischen Vater und im Sohn beginnen und sie auch im Vater und im Sohn beenden, während wir von Zyklus zu Zyklus zu Jesus Christus, unserem Haupt hin wachsen (vgl. Epheser 4,15-16).

Epheser 4,15-16:
15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.

Wenn ein Zeitzyklus sich dem Ende neigt, sollten wir den alten Zyklus im himmlischen Vater und in Jesus Christus gehen lassen und mit Freude, den neuen Zeitzyklus umarmen, den Gott uns gibt, ohne dabei unsere Erfahrungen zu vergessen und das, was er uns Gutes getan hat (vgl. Psalm 103,2).

Psalm 103,2:
2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: …

Die Festzeiten im siebenten biblischen Monat

Es ist kein Zufall, dass Gott den siebenten biblischen Monat mit besonders vielen Festzeiten ausgestattet hat, bei denen es sich um:

1. das Fest des Trompetenblasens (Anm.: Rosch ha-Schana – ein Weckruf Gottes, sich für den neuen Zeitzyklus des neuen biblischen Jahres richtig im Zentrum des Willens Gottes zu positionieren; vgl. 4.Mose 29,1 i.V.m. Offenbarung 1,10-12)
2. die zehn Tage der Ehrfurcht (Anm.: die Tage der Buße und Umkehr, die auf Jom Kippur – den großen Versöhnungstag vorbereiten; vgl. Matthäus 3,1-2 i.V.m. Matthäus 4,17)
3. Jom Kippur – der große Versöhnungstag (vgl. 3.Mose 16,29-31- Dieser Tag soll uns an das Werk der Vergebung durch den Kreuzestod von Jesus Christus und an die Wichtigkeit des Bekennen von Sünde erinnern; vgl. 1.Johannes 1,9 i.V.m. Römer 5,11)
4. Sukkot – das Laubhüttenfest (Anm.: Geben der Erstlingsgabe von Wein und Öl; Sukkot feiert die Herrlichkeit des HERRN; vgl. 3.Mose 23,30; 4.Mose 29,35; Nehemia 8,18; Johannes 7,2.10.37-39)

handelt.

Der Geist der Furcht des HERRN und die zehn Tage der Ehrfurcht

Da der Geist der Furcht des HERRN mit der siebten Charaktereigenschaft des Heiligen Geistes verwoben ist, kommt dem Zeitraum von den zehn Tagen der Ehrfurcht im Zusammenhang mit der Zahl „7“ eine besondere Bedeutung zu, die mit dazu beitragen, dass wir in unseren „geistlichen Frühling“ in Jesus Christus eintreten.
Durch die zuvor genannten vier „Festzeitstufen“ im siebenten biblischen Monat wird uns offenbart, wie wir als Volk Gottes einen alten Zeitzyklus mit dem HERRN beenden und mit der richtigen Stärke des Heiligen Geistes den neuen Tag im biblischen Zeitzyklus des Segens Gottes beginnen.

Was führt uns als Volk Gottes zur Vollständigkeit im Segenszyklus des HERRN?

Es sind drei von Gott festgesetzte „Treppenstufen“ innerhalb eines biblischen Jahreszyklus, die uns als Volk Gottes dazu befähigen siegreich und stark den Segenszyklus Gottes vollständig abzuschließen, um in der von Gott gesetzten Vollständigkeit seinen neuen biblischen Segenszyklus zu durchlaufen.
In Gottes Kalender gibt es drei bestimmte “festgesetzte Zeiten”, die zugleich mit dem Näherkommen zu Gott und dem Geben in sein Königreich verbunden ist (vgl. 2.Mose 23,14-17).

2.Mose 23,14-17:
14 Dreimal im Jahr sollt ihr mir ein Fest feiern: 15 Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du so halten, dass du sieben Tage ungesäuertes Brot isst, wie ich dir geboten habe, im Monat Abib, denn zu dieser Zeit bist du aus Ägypten gezogen – erscheint aber nicht mit leeren Händen vor mir! –, 16 und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast, und das Fest der Lese am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit eingesammelt hast vom Felde.
17 Dreimal im Jahre soll erscheinen vor dem HERRN, dem Herrscher, alles, was männlich ist unter dir.

Pessach

Das Jahr des HERRN wird mit dem Pessachfest eingeleitet, welches mit dem Blut des Lammes, das Jesus Christus ist verbunden ist. Es feiert die Kraft des Schutzes inmitten von Gericht und der Erlösung aus der Sklaverei Ägyptens – der Welt (vgl. 2.Mose 12,3.6-7.12-14 i.V.m. 1.Korinther 5,7-8).

2.Mose 12,3.6-7.12-14:
3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. …
… 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend.
7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie es essen, ...
12 Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der HERR.
13 Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage.
14 Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

1.Korinther 5,7-8:
7 Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Pessachlamm, das ist Christus, der geopfert ist.
8 Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.

Schawuot – das Fest der Wochen

Im dritten Monat beginnt Pfingsten/Schawuot, das das Fest der offenen Himmel bedeutet, wo wir die Ausgießung des Heiligen Geistes feiern, den Gott und Jesus Christus uns als ihre „Erstlingsgarbe“ gegeben haben, damit wir in der Wahrheit des HERRN wandeln können (vgl. 3.Mose 23,15-17 i.V.m. Johannes 16,7.13-15; Apostelgeschichte 2,1-4).

3.Mose 23,15-17:
15 Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen.
16 Bis zu dem Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speisopfer dem HERRN opfern.
17 Ihr sollt aus euren Wohnungen zwei Brote bringen als Schwingopfer, von zwei Zehnteln feinstem Mehl, gesäuert und gebacken, als Erstlingsgabe für den HERRN.

Johannes 16,7.13-15:
7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. …
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.
15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Apostelgeschichte 2,1-4:
1 Und als der Pfingsttag (Anm.: Schawuot, das Fest der Wochen => ein Fest des Gebens der Erstlingsgarbe) gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Sukkot – das Laubhüttenfest

Wenn der Herbst kommt, bringt Gott uns an den Höhepunkt des jährlichen Zyklus und das ist das Laubhüttenfest, was das Wohnen Gottes mit seiner Herrlichkeit unter uns als seinem Volk feiert (vgl. das Zelt für das Heiligtum Gottes => 2.Mose 40,33-35; das Zelt Davids für die Bundeslade => 1.Chronik 15,1 i.V.m. Psalm 63,3; die Wohnung Jesus durch sein Kommen im Fleisch auf die Erde => Johannes 1,14; die ewige Wohnung des HERRN => Offenbarung 21,3-4 i.V.m. Jesaja 4,5-6; die Hütte der Gemeinde => Apostelgeschichte 15,16-18).
An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass Gott die Gemeinde dazu bestimmte ein Ort zu sein, wo seine Herrlichkeit auf dem Lobpreis seines Volkes thront.
Wenn wir als sein Volk unsere Berufung erfüllen, wohnt die Herrlichkeit Gottes in unserer Mitte, so dass großer Segen auf der Erde freigesetzt wird!

Die fünf “Wohnungen“

Alle eben genannten fünf “Wohnungen” haben etwas gemeinsam und das ist, dass in diesen Wohnungen die Herrlichkeit Gottes unter den Menschen wohnte!
Von dem Ort der Gegenwart Gottes wird sein Leben und Segen in seinem ganzen Volk freigesetzt.
Das ist, was das Laubhüttenfest im siebenten biblischen Monat feiert!
Es ist der Heilige Geist, der uns durch den Weckruf Gottes an Rosch ha-Schana – dem Beginn des neuen biblischen Jahres für das neue Jahr richtig positionieren möchte, um uns in die Wahrheit Gottes für diese neue Zeit hineinzuführen. Der Grund hierfür ist, dass es der Wille des himmlischen Vaters ist, dass wir in der Lage sind, die Dinge zu begreifen, die er im neuen Jahr für uns persönlich aber auch gemeinschaftlich vorbereitet hat.
Deshalb ist es wichtig in die Gegenwart Gottes zu kommen, um in Ehrfurcht sein Angesicht zu suchen, damit wir die Bereiche in unserem Leben neu ausrichten, die sich nicht bzw. nicht mehr im Zentrum des Willen Gottes befinden.
Wenn wir Buße tun und umkehren, sind wir befähigt die Dinge des HERRN richtig zu sehen und zu erkennen (vgl. Hebräer 12,14).

Hebräer 12,14:
14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, …

Tĕšûbāh – die wahrhaftige Umkehr

Das hebräische Wort für „umkehren“ bzw. „zurückkehren“ ist „tĕšûbāh“ und bedeutet auch „Wiederkehr, Erwiderung“ und „Antwort“. Dieses hebräische Wort wird ebenfalls im Zusammenhang mit einem vollendeten Zeitzyklus verwendet, der wie bei einer Umkreisung abgeschlossen wird. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel, Wortschlüsselnummer: 8864; Seite 1829)
„Tĕšûbāh“ beinhaltet in einem prophetischen Kontext, zurück zu den ersten wichtigen Dingen Gottes zu kommen, um durch die göttliche Antwort siegreich und mit dem richten Überblick neu zu beginnen sowie den Menschen durch das Licht der Liebe und Wahrheit göttliche Orientierung zu geben (vgl. Offenbarung 2,4-5 i.V.m. Matthäus 22,36-40).

Offenbarung 2,4-5:
4 Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.
5 So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.

Matthäus 22,36-40:
36 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (vgl. 5.Mose 6,5)
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
39 Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (vgl. 3.Mose 19,18).
40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Die Aufgabe des Propheten-Richter Samuel und „Tĕšûbāh“

Erstmalig wird das hebräische Wort „tĕšûbāh“ in 1.Samuel 7,17 verwendet, wo es heißt, dass Samuel wieder zu seinem Haus in Rama zurückkehrte und als Prophet sowie Richter dem Volk Israel Recht sprach. Dort baute er ebenfalls einen Altar für Gott.

1.Samuel 7,17:
… 17 kam er wieder nach Rama (Anm.: zurück) – denn da war sein Haus – und dort richtete er Israel. Auch baute er dort dem HERRN einen Altar.

Samuel kehrte nicht einfach von einer alltäglichen Aufgabe in sein Heimatort Rama zurück, sondern im Zusammenhang mit der Gegenwart der Bundeslade, die sich in Kirjat-Jearim (Anm.: bedeutet „Waldstadt“ und ist ein Hinweis auf die Gemeinschaft der Gerechten/Heiligen; vgl. Psalm 1,1-3; Jeremia 17,7-8) befand, wies er das Volk Israel an, mit dem ganzen Herzen zu Gott zurückzukehren und die fremden Götter mitsamt ihrer Anziehungskraft (Anm.: Astarten) aus ihrer Mitte fortzuschaffen.
Durch die Zuwendung des Volkes Israel zu Gott und das Hinwegschaffen der bösen Dinge aus ihrem Leben, erlebte Israel als Resultat den Sieg über seine Feinde, welche in diesem Fall die Philister waren sowie die Rückerstattung ihrer Gebiete.
Doch nicht nur der Sieg über die Philister und die Zurückgewinnung ihres Gebietes wurde den Israeliten zuteil; selbst mit einem ihrer größten Feinde, den Amoritern hatte Israel in diesem Zeitfenster Frieden (vgl. 1.Samuel 7,2-6.9-10.14).

1.Samuel 7,2-6.9-10.14:
2 Aber von dem Tage an, da die Lade des HERRN zu Kirjat-Jearim blieb, verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich das ganze Haus Israel zum HERRN.
3 Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem HERRN bekehren wollt, so tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.
4 Da taten die Israeliten von sich die Baale und Astarten und dienten dem HERRN allein.
5 Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, dass ich für euch zum HERRN bete.
6 Und sie kamen zusammen in Mizpa und schöpften Wasser und gossen es aus vor dem HERRN und fasteten an demselben Tage und sprachen dort: Wir haben an dem HERRN gesündigt. So richtete Samuel die Israeliten zu Mizpa. …
9 Samuel nahm ein Milchlamm und opferte dem HERRN ein Brandopfer – als Ganzopfer – und schrie zum HERRN für Israel und der HERR erhörte ihn.
10 Und während Samuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister heran zum Kampf gegen Israel. Aber der HERR ließ donnern mit großem Schall über die Philister am selben Tage und schreckte sie, dass sie vor Israel geschlagen wurden. …
14 Auch eroberte Israel die Städte zurück, die die Philister ihnen genommen hatten, von Ekron bis Gat samt ihrem Gebiet; die errettete Israel aus der Hand der Philister. Und Israel hatte Frieden mit den Amoritern.

Durch die Führung und Gegenwart des Propheten-Richter Samuel (Anm.: prophetische-richterliche Salbung) sowie die Übereinkunft des gesamten Volkes Israel mit ihrem von Gott zugeteilten Propheten, erhielten sie Antwort von Gott, indem sie kühn waren, den Feind zu verdrängen und dadurch ihr Gebiet durch Zurückgewinnung zu erweiterten (vgl. 1.Samuel 7,13).

1.Samuel 7,13:
13 So wurden die Philister gedemütigt und kamen nicht mehr in das Gebiet Israels. Und die Hand des HERRN lag schwer auf den Philistern, solange Samuel lebte.

Die persönliche Errichtung des Altars durch Samuel

Der Prophet Samuel verstand es, was wahre „Tĕšûbāh – Umkehr“ bedeutete.
Das wird anhand seines Aufrufs zur Umkehr gegenüber dem Volk Israel aber auch durch seinen kreisenden Wandel der Gerechtigkeit deutlich bis er wieder in seinem Haus in Rama ankam und dort seine persönliche Anbetung auf eine neue Ebene brachte, was durch seine Errichtung des Altars verdeutlicht wird (vgl. 1.Samuel 7,15-17).

1.Samuel 7,15-17:
15 Samuel aber richtete Israel sein Leben lang 16 und zog Jahr für Jahr umher und kam nach Bethel und Gilgal und Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte, 17 kam er wieder nach Rama – denn da war sein Haus – und dort richtete er Israel. Auch baute er dort dem HERRN einen Altar.

Der kreisende Wandel und das Zurückkehren Samuels in sein Haus nach Rama sollen uns als Volk Gottes offenbaren, wie wichtig es ist, mit einem demütigen Herzen (Anm.: was ein bußfertiges Herz bedeutet) durch die verschiedenen Stationen des Jahres zu gehen, um an einen höheren Ort der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater (Anm.: Anbetung) erhoben zu werden und somit den Zyklus Gottes in unserem Leben vollständig zu machen (vgl. 1.Petrus 5,6).

1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

Die Aufenthaltsorte Samuels als ein Zeichen des siegreichen Abschluss und der Heimsuchung Gottes

Durch die folgenden Aufenthaltsorte von Samuel gemäß 1.Samuel 7,15-17 soll der siegreiche Abschluss eines biblischen Jahreszyklus verdeutlicht werden:
  1. BethelEs ist der Ort, der Transformation Gottes und der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater (Anm.: von einem Mandelbaum zum Haus Gottes), an dem der HERR neue geistliche Frische und Hilfe für die Zukunft hervorbringt (vgl. 1.Mose 28,11-19).
  2. GilgalEs ist der Ort, der Beschneidung des Herzens, um ohne Scham aus der Vergangenheit tiefer mit erleuchteten Augen des Herzens in die Verheißung Gottes einzutreten (vgl. Josua 5,2-9 i.V.m. Epheser 1,18-20).
  3. MizpaEs ist der Ort, an dem Gottes Augen über den gemachten Bund und den gesetzten Grenzen wachen (vgl. 1.Mose 31,44-54 i.V.m. Psalm 121,4; 2.Mose 19,5).
  4. RamaEs ist der Ort, des prophetischen Überblicks und der prophetischen Anbetung sowie der innigen Gemeinschaft in der Position als ein Sohn Gottes mit Gott, dem himmlischen Vater (vgl. 1.Samuel 7,17).
Das Betreten Samuels der o.g. Orte ist zugleich auch ein Hinweis auf die Heimsuchung Gottes in seinen unterschiedlichen Wesenszügen, weil der Name „Samuel“ „von Gott erhört“ und „Name Gottes“ bedeutet.

Amen und Amen.

In Seiner Weisheit,

Daniel Glimm




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