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Die zwei verlorenen Söhne – Die alte und die neue Zeit

09.08.2016, Daniel Glimm


Die sich drehenden Buchstaben

Vor einiger Zeit sprach der HERR zu mir, dass er Buchstaben innerhalb eines Wortes drehen wird, um ein neues Wort zu formen.
Während ich das Gleichnis über die zwei verlorenen Söhne aus Lukas 15,11-32 las, legte der Heilige Geist die Betonung auf den Vers 20, wo es heißt, dass der jüngere Sohn aufstand und zu seinem Vater lief. Als der Vater seinen Sohn auf sich zukommen sah, fiel er ihm um den Hals und küsste ihn. Hierbei legte der HERR den Wert auf das Wort „lief“ und auf das Wort „fiel“.

Lukas 15,20:
20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Das Schauen und das Umarmen

Der Geist der Prophetie offenbarte mir anhand des oben genannten Verses, dass eine Vorgehensweise zu einem Ende gekommen ist und eine neue Vorgehensweise begonnen hat.
Er sagte, dass es die Zeit ist, mit dem eignen „Laufen“ (Anm.: Abmühen) aufzuhören und sich an dem von Gott bestimmten Ort aufzuhalten, um die Dinge Gottes zu sehen und diese durch Umarmung in die Arme einzuschließen.
Es geht hierbei darum, Gottes Gegenwart „einzufangen“ und mit göttlichem Gewicht in den Prozess innerhalb des Zeitzyklus Gottes einzutreten, der die Zeit, die verloren ging wieder gut macht bzw. aufholt.
Im prophetischen Kontext gesprochen bedeutet es für uns heutzutage, dass die jüngere Zeit (Anm.: jüngerer, verlorener Sohn) in die ältere Zeit (älterer, verlorener Sohn) eintritt, um Erneuerung, Erfrischung und Freude in das Haus Gottes zu bringen.

Die Bewegung der jüngeren Zeit

Das Gleichnis der verlorenen Söhne offenbart uns, dass die jüngere Zeit aktiviert wird, während ein widriger Umstand zu ihr prophezeit.
Bei dem Gleichnis waren es die Schoten der Schweine und der Hunger des jüngeren, verlorenen Sohnes, die ihn dazu veranlassten, sich an die gute Zeit im Haus seines Vaters zu erinnern (vgl. Lukas 15,15-18).

Lukas 15,15-18:
… 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.
17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!
18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.

Die innere Leere des jüngeren, verlorenen Sohnes

Es war die innere Leere im jüngeren Sohn, die ihn dazu veranlasste, sein vom Vater gegebenes Erbe zu verprassen, um einen kurzen temporären Frieden in seiner Seele zu empfinden, der jedoch nicht lange anhielt.
Einer der Gründe, warum der jüngere Sohn das Haus seines Vaters verließ, kann gewesen sein, dass sein älterer Bruder ihn mit der Botschaft „alleine aus Werken gerecht zu werden“ (Anm.: Du musst das tun …, Du musst jenes tun …) im Haus des Vaters bedrückte.
Der jüngere Bruder befand sich zu dieser Zeit nicht in der wahren Liebesbeziehung zu seinem Vater, weil er zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich die Barmherzigkeit seines Vaters verstand, was durch seine spätere Äußerung, ein Tagelöhner im Haus des Vaters sein zu wollen, deutlich wurde (vgl. Lukas 15,19).

Lukas 15,19:
19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

Der Mangel in der alten und der neuen Zeit


Im prophetischen Kontext gesprochen, offenbart der Umstand des jüngeren, verlorenen Sohnes, dass es Mangel in der jüngeren Zeit gibt, der mit dem Wert (Anm.: Fest) der ewigen Zeit des himmlischen Vaters gefüllt werden sollte.
Auf ähnliche Weise, existiert ein Mangel in der älteren Zeit, weil der ältere, verlorene Sohn, der nahe dem Vaterhaus war, die Liebe des Vaters ebenfalls nicht richtig verstand.
Während er all die Jahre im Haus seines Vaters lebte, war er sich seines väterlichen Erbes nicht bewusst und konnte deshalb nicht das Potential der ihm vom Vater zur Verfügung gestellten Segnungen erkennen.
Das wird durch seine Reaktion der Verärgerung deutlich als sein jüngerer Bruder wieder zurück in das Haus des Vaters kehrte (vgl. Lukas 15,25-32).

Lukas 15,25-32:
25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre.
27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.
28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.
29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre.
30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.
32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Wenn man dieses Ereignis in einem prophetischen Kontext betrachtet, bedeutet es, dass die religiöse Gesetzlichkeit die Segnung Gottes für die ältere Zeit blockierte, damit diese nicht in ein Erneuerungs-/ Erfrischungs-/ und Stärkungsprozess zu dem von Gott bestimmten Zeitpunkt (Anm.: Es wurde ein Fest im Haus des Vaters veranstaltet, und Feste sind im Wort Gottes mit Gottes festgelegten Festzeiten -  den biblischen Festen verknüpft.) in Gottes Ewigkeitszyklus eintreten konnte.

Die Wichtigkeit der wahrhaftigen Beziehung mit Gott

Es ist wichtig, dass wir als Volk Gottes in der kontinuierlichen Liebesbeziehung mit dem himmlischen Vater leben, die durch unseren Gehorsam ihm gegenüber ausgedrückt wird, indem wir sein Wort achten (vgl. Johannes 14,21).

Johannes 14,21:
21 Wer meine (Anm.: Jesus Christus) Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

Bethel – Das Haus Gottes

Das hebräische Wort für „Haus Gottes“ ist “bêt-'ēl“ (Anm.: Worterklärung aus der Elberfelder Studienbibel mit der Sprachschlüsselnummer 1033).
Bethel ist der Ort, der mit der übernatürlichen Heimsuchung Gottes verbunden ist, wo Jakob von Gott gesegnet wurde und einen Traum empfing, in dem er eine Leiter zwischen der Erde und dem Himmel stehen sah, woran die Engel Gottes auf- und niederstiegen.
Aufgrund der Heimsuchung Gottes benannte Jakob den Ort von Lus (Anm.: „Mandelbaum“) in Bethel (Anm.: „Haus Gottes“) um (vgl. 1.Mose 28,10-12.16-19).

1.Mose 28,10-12.16-19:
10 Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran 11 und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. …
16 Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!
17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
18 Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf 19 und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.

Gott verlangt danach uns seine Gegenwart, seine Pläne und Segnungen zu offenbaren, wenn wir in seinem Haus wohnen.
In erster Linie ist es nicht ausschlaggebend, wo wir uns in unserem irdischen Umfeld befinden, sondern es geht darum zuerst geistlich im Haus Gottes zu leben.
Wenn wir im Haus des himmlischen Vaters leben, dann bewegen wir uns wie Adam mit dem lebendigen Atem Gottes.
Wir tragen als Söhne Gottes seinen lebendigen Atem, der seinen Heiligen Geist, sein Verlangen, sein Leben und sein Wesen meint (vgl. 1.Mose 2,7 i.V.m. 1.Korinther 15,45-49).

1.Mose 2,7:
7 Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

1.Korinther 15,45-49:
45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, „wurde zu einem lebendigen Wesen“ (vgl. 1.Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht.
46 Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.
47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel.
48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen.
49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.

Es ist Gottes Verlangen, eine lebendige Beziehung mit uns, die wir seine Söhne sind zu haben und dass auch wir zugleich die Beziehung des Lebens mit ihm aufrechterhalten.

Das Zeichen des Hohepriesters Joschua

Im Zusammenhang mit dem Lebensumstand des jüngeren, verlorenen Sohnes aus dem erwähnten Gleichnis von Lukas 15 existiert ein ähnliches Ereignis im Tanach – dem Alten Testament, die in der Schriftrolle des Propheten Sacharja zu finden ist (vgl. Sacharja 3,1-10).
Dort sah der Prophet Sacharja eine Vision, in der er den Hohenpriester Joschua („JAHWE ist Rettung!“) vor dem Engel des HERRN stehen sah, während die Präsenz von Widerstand gegenwärtig war, indem sie Joschua verklagte.
Der Hohepriester war mit schmutzigen Kleidern bekleidet als er vor dem Engel stand.
Zu diesem Zeitpunkt versuchte der Widerstand des Feindes Einfluss zu nehmen, indem dieser sich mit dem gegenwärtigen Umstand des Hohenpriesters Joschua verbinden wollte, was durch die unreinen Kleider repräsentiert wurde.
Die von Gott dem Joschua gegebene Identität war es Gottes Hilfe/Rettung den Menschen zu bringen, denen er gegenüber ein Mandat hatte.
Bei der Vision versuchte der Teufel den Hohenpriester Joschua auf den Weg in seine Freiheit zu blockieren, indem er Anklage durch die präsente Sünde aus der Vergangenheit Joschuas einfließen ließ.
Es war Joschua, der sich trotzdem entschied in die Gegenwart Gottes einzutreten, um ein erneuertes Gedankengut durch die Reinigung Gottes zu erhalten und dadurch von den anklagenden Gedanken dessen, der Gott widersteht, befreit zu werden.
Weil Joschua sich entschied mit Zuversicht in die Gegenwart Gottes einzutreten, wurde der Ankläger vom Engel des HERRN in die Schranken gewiesen.
Es war die Stärke des von Gott erwählten/verheißenen Territoriums (Jerusalem – Gründung des Friedens) für Joschua, die zu der gerechten Zurechtweisung gegen den Ankläger beitrug.
Joschua wurde durch die Vergebungskraft Gottes gereinigt und empfing Feierkleider sowie einen neuen Kopfbund/Turban.
Das hebräische Wort für „Kopfbund“ bzw. „Turban“ ist “ẓānîṗ” und ist abgeleitet von dem Wurzelwort “ẓānaṗ”, was „aufwickeln, zusammenwickeln, umbinden“ bedeutet (Anm.: Worterklärung aus der Elberfelder Studienbibel mit der Sprachschlüsselnummer: 6944*, 6948*).
Im geistlichen Zusammenhang bedeutet es, dass unser Verstand (Anm.: Kopf) eine Drehung in die richtige Richtung machen sollte, die die hohen Gedanken des HERRN und seiner Wahrheit beinhaltet (vgl. Jesaja 55,8-9 i.V.m. Römer 12,2; Epheser 4,23-24).

Jesaja 55,8-9:
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Römer 12,2:
2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Epheser 4,23-24:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Von dem Zeitpunkt des Erneuerungsprozess des HERRN an, wurde Joschua von Gott berufen in Gehorsam ihm gegenüber zu wandeln und den Dienst rechtmäßig zu versehen.
Das Ergebnis dessen war, dass Joschua im Haus Gottes regieren und die schützende Verwaltung in Gottes Vorhöfen ausüben und zugleich an dem Ort der Heiligen sein würde, die vor seinem Thron stehen.
Durch das göttliche Eingreifen wurden Joschua und seine Verbündeten zu einem Zeichen und Wunder (Anm.: hebräisch “môṗēt”; Worterklärung aus der Elberfelder Studienbibel mit der Sprachschlüsselnummer: 4234), um auf die aufsprossende Kraft von Jesus Christus in der Zukunft hinzuweisen.
Hierbei ging es bereits um den jungen Zweig, der aus dem alten, starken Ast hervorwuchs, der auf den kostbaren Stein hinwies, welcher mit der Vergebung der Sünde eines Landes/einer Nation innerhalb eines Tages verbunden war.
Dieser Tag weist auf die neue Zeit der göttlichen Beziehung der Heiligen hin, die sich unter dem Schatten des Gottes Israels in einem hebräischen/biblischen Gedankengut bewegen, so ähnlich wie der Jünger Nathanael es tat und von Jesus erkannt wurde (vgl. Johannes 1,47-51).

Johannes 1,47-51:
47 Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in dem kein Falsch ist.
48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.
49 Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!
50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres als das sehen.
51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.

Die Schriftstelle aus Sacharja 3,1-10 soll uns offenbaren, dass es einzelne Dinge sind, die den Weg für die große Auswirkung ebenen!

Amen und Amen.

In Seiner Weisheit,

Daniel Glimm




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