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Der prophetische Gelehrte – der Lebensstil eines Propheten

08.07.2016, Chip Brogden

Web: http://www.chipbrogden.com
Übersetzung: Daniel Glimm

Einleitung

Das Wort über den prophetischen Gelehrten bzw. über den Lebensstil eines Propheten/einer Prophetin soll all den Heiligen (Anm.: Männern und Frauen) dienen, die sich seit vielen Jahren treu im prophetischen Amt im Leib Jesu bewegen und immer wieder aufgrund ihrer Berufung und Salbung in ihrem Leben Herausforderungen gegenüberstehen.
Weiterhin soll die Botschaft den Heiligen im Leib Jesu, die nicht ins prophetische Amt von Gott berufen wurden, ein besseres Verständnis darüber geben, wie ein Prophet/eine Prophetin zu bestimmten Zeiten empfindet.

Daniel Glimm
CRAZYCHRISTIANS


Was ist ein Gelehrter?

Um über eine gute einheitliche Grundlage des Begriffs des prophetischen Gelehrten zu verfügen, soll uns die folgende Definition im Zusammenhang mit Hosea 9,7b über den Gelehrten helfen:

=>1. Ein Gelehrter ist eine geistig befähigte Person, die zugleich auch geistig behindert sein kann und außergewöhnliche Fähigkeiten oder Brillanz in einem begrenzten Bereich besitzt.
2. Er ist eine Person, die sehr gut über ein Thema informiert ist, jedoch wenig über andere Fachthemen.
<=

Hosea 9,7b:
… 7b „Ein Narr ist der Prophet und wahnsinnig der Mann des Geistes!“

"Was ist dann ein Genie?
Könnte es sein, dass ein Genie ein Mann ist, der durch die sprechende Stimme [Gottes] heimgesucht wird, arbeitend und strebend wie ein „Besessener“ Ziele zu erreichen, die er nur vage versteht?"
A.W. Tozer

Himmlischer „Autismus“

Der prophetische Gelehrte ist eine Person, der unter einem himmlischen „Autismus“ leidet, was ihn fast unfähig macht, normale Beziehungen mit Menschen zu haben, die um ihn herum sind.
Beschuldigt distanziert, kalt und abgesondert zu sein, ist er geneigt, sich von Menschen zu verstecken und sich in eine eigene Welt zurückzuziehen. Es scheint als würde er nie immer "da" sein.
Auch wenn er sich zwingt für einen Moment „auf die Erde zu kommen“, haben die Menschen um ihn herum das Gefühl, dass es irgendwo einen unausgesprochenen Dialog gibt, der in ihm stattfindet, eine geheime Gemeinschaft, die unter der Oberfläche geführt wird, die es ihm nie erlaubt, vollkommen „im Moment“ zu sein.

Die Erklärung für das himmlisch „autistische“ Verhalten


Als prophetischer Gelehrter sieht er, hört und bezieht sich anders auf die Welt als der Rest der Bevölkerung.
Die Menschen haben nicht gesehen, was er gesehen hat; sie haben nicht gehört, was er gehört hat. Und so findet er sehr wenig Kameradschaft, sehr wenig Sympathie oder Verständnis, niemand, zu dem er sein Herz öffnen kann und seine Empfindungen in der Seele mitteilt, weil er nicht mehr die gleiche Sprache spricht und die Menschen in seinem Umfeld nicht mehr seine Sprache sprechen.
Natürlich kann er auf Oberflächenniveau Austausch mit jedermann haben. Der Prophet ist ansprechbar, nicht hochmütig, oder hochgesinnt. Er kann sogar sympathisch und gemocht sein. Und doch gibt es etwas Außergewöhnliches in seiner Haltung, dass er öfters erschreckend als freundlich ist, trotz seiner Bemühungen. Er ist spirituell „autistisch“, und egal, wie hart man es versucht, ihn zu kennen, ist er im Allgemeinen unerkennbar, und bis zu einem gewissen Grad, widersetzt er sich allen Versuchen, ihn zu kennen.

Der Prophet und der übernatürliche Bereich

Wenn ein Prophet etwas ist, ist er außerirdisch – über der Erde.
Er geht auf der Erde mit anderen, aber er ist nicht von der Erde.
Er ist aus dem Übernatürlichen; seine Befähigung ist von oben.
Wenn wir seine Geschichte verfolgen, werden wir feststellen, dass er möglicherweise keine normale Kindheit gehabt hat. Es ist möglich, dass er durch außergewöhnliche Erfahrungen gegangen ist.
Aber irgendwann in seinem Leben, entweder als Kind oder als junger Erwachsener oder als alter Mann ist etwas aus einem anderen Bereich durch das dünne Membran zwischen Himmel und Erde gebrochen, um ihn zu ergreifen.
Es kann die Erfahrung eines brennenden Dornbuschs oder die einer Stimme, die hinter dem Vorhang zu ihm rief oder eine himmlische Vision gewesen sein, die ihn kurz mit etwas in Berührung und Jemanden brachte, was er nicht vollständig ergründen konnte.
Es ist jedoch für einen Moment zumindest passiert, dass die Wolken sich öffneten und der Schleier zerriss, und er etwas sah, das nicht sichtbar war; er hörte etwas, das unhörbar war.
Der Himmel selbst wurde ihm geöffnet, und er sah in eine andere Welt. Das, was er sah und hörte, ist jetzt eine göttliche Last für ihn, die wie ein Mantel über seine Schultern gelegt wurde. Er fühlt es als Gewicht, denn es ist mit ihm Tag und Nacht, egal ob er isst oder trinkt, arbeitet oder ruht.
Es entsteht der Eindruck, dass alles um ihn herum eine Lüge ist und das, was er gesehen und gehört hat, die Wahrheit ist und diese Wahrheit ist nicht statisch, sondern lebt, wächst und nimmt in ihm seit dem Tag an zu als die übernatürliche Offenbarung in der Form eines Samens zu ihm kam.

Das Finden der richtigen Worte

Für eine lange Zeit kämpft der Prophet darum Wörter und den Wortschatz zu finden, das Unaussprechliche auszudrücken. Er kann es sich nicht erklären, warum er das Bedürfnis verspürt zu versuchen, das Unaussprechliche auszudrücken. Aber aus irgendeinem „unerklärlichen“ Grund treibt ihn etwas, den Mund zu öffnen oder seinen Stift zu nehmen und es bekannt zu machen.
Was auch immer das Unaussprechliche ist, es wird ihm nicht erlauben, es zu genießen oder es für sich zu behalten, sondern das Unaussprechliche scheint darauf bedacht zu sein, an die Oberfläche zu kommen und den normalen Lauf seines Lebens zu unterbrechen.
Dieser Prozess kann so sehr frustrierend und schmerzhaft sein, dass der Prophet mehrmals aufgeben möchte, beständig in dem ihm offenbarten Inhalt zu wandeln, den er gesehen und gehört hat, um es dabei auf diese Weise zu belassen.
Er kann nicht von dem weglaufen, was er gesehen und gehört hat, und auch nicht den Druck leugnen, es hervorzubringen.
Auf der einen Seite ruft er nach einem "normalen" Leben, während er auf der anderen Seite weiß, dass er das ihm Offenbarte nicht leugnen kann.
Wenn er einen bescheidenen Erfolg durch die Kommunikation von etwas Himmlischen erreicht, ist er für eine Zeit zufrieden, jedoch wird er bald mit dem Zustand ungeduldig und schließlich ist er mit alldem unzufrieden, weil es nicht die Gerechtigkeit hervorbringt, wie er es gesehen und gehört hat.
Und so beginnt der Prozess nochmals; die ständige Suche nach Worten, um mehr perfekt auszudrücken, was er versucht (aufgrund einer subtilen Angst in seinem Hinterkopf, dass er nie ausreichend in der Lage ist, es auszudrücken) zu kommunizieren.
Das führt ihn zu ausgedachten Worten, die es noch nie gegeben hat, oder er sucht nach Geist inspirierten Worten in einer unbekannten Zunge, die in etwas anderes übersetzt werden kann, so dass andere es verstehen können.

Die Last des HERRN

Die alten Propheten nannten es richtig die "Last des Herrn“, denn es ist wie eine Frau, die für den Rest ihres Lebens in ständigen Wehen steht, immer wieder das gleiche Kind in die Freiheit hervor zu pressen.
Was nur zur Erleichterung führen kann, ist die Entladung der Last, was nicht bedeutet, dass sie wirklich das Leben verlässt. Es ermöglicht lediglich, dass der Prophet Zeit zum Atmen erhält bis die nächste Kontraktion wieder verstärkter über ihn kommt.
Die Last ist mit ihm für den Rest seines Lebens verbunden, und er wird sich nie voll von ihr erleichtern können.
Selbst wenn er ungehorsam gegenüber der himmlischen Vision zu sein scheint und vor der Gegenwart des Herrn flüchtet, ist es nur eine Frage der Zeit, wann er wie ein ausgebrochenes Tier, das sich aus der hütenden Herrschaft des Menschen befreit hat, verfolgt und eingefangen wird.
Die Stimme Gottes verlässt ihn nie und die Vision lässt ihn nie gehen.
Wenn er sich weigert im Auftrag Gottes zu sprechen, dann wird das Feuer Gottes, das bereits in ihm entzündet ist, heißer brennen bis zu dem Punkt, wo er die ganze Zeit widerstanden hat, um das Wort Gottes zu sprechen, damit sich die unerträgliche innere Spannung und der Druck auflösen.

Das nicht löschbare Feuer Gottes

Der Prophet kann das Feuer nicht löschen oder minimieren, egal was er tut.
Er kann „nur“ Gott gehorsam sein und vorübergehende Linderung finden bis das nächste Wort des HERRN kommt, um es wieder freizusetzen.
Der Prophet kann Gott bitten, jemand anderes für ihn zu schicken und protestieren, dass er unfähig ist zu sprechen oder zu schreiben. Aber der von Gott gerufene Prophet ist bereits für alles andere unfähig gemacht. Auch wenn der Prophet den Herrn verleugnet, der ihn gerufen hat und er zu seinem früheren Beruf zurückgehen möchte, ist das für den Propheten langweilig und leblos, so dass er mit nichts als Frustration und Misserfolg konfrontiert ist.
Es gibt keinen Weg, dem zu entkommen. Der Prophet weiß, dass er für etwas Höheres berufen wurde, auch wenn er an den Dingen klammert, die mit dem Geringeren verbunden sind.

Die Willensstärke des Propheten


Wie ein wildes Pferd, widersteht er dem Umgang des Herrn und muss gebrochen werden, bevor er gehorcht.
Schließlich lernt er nicht dem HERRN zu widerstehen, sondern mit ihm zusammenzuarbeiten. Dadurch wird er biegsam und fügt sich, um zu überleben.
Das Leben des Propheten ist bereits zu diesem Zeitpunkt verbunden mit dem, was er gesehen und gehört hat.
Er kann der himmlischen Vision gegenüber nicht ungehorsam sein und auch dann nicht, wenn es bedeutet, dass er sterben muss, dann stirbt er.
Wenn es einen Verzicht bedeutet auf alles, an das er einmal geglaubt hat, dann sagt er sich davon ab – zuerst widerstrebend, dann jedoch fröhlich.
Wenn es bedeutet den Verlust aller Dinge zu leiden, dann lässt er diese gehen.

Der Prophet wird zur Botschaft!

Im Laufe der Zeit, wird der Prophet, der es gesehen und gehört hat zu der Essenz, von dem, was er gesehen und gehört hat. Der Mann wird zur Botschaft! Er trägt das Zeugnis in sich selbst und wird eins damit.
Er braucht keine Vorbereitung zu sprechen; in der Tat, die Vorbereitung bringt nichts, um dabei zu helfen die Botschaft zu lösen. Die Vorbereitung steht ihm eher öfters im Weg.
Sein ganzes Leben ist die Vorbereitung und dann wird er zur Botschaft, die ihn ständig begleitet.
Er kann sich nicht mehr von der Botschaft trennen, genauso wie er seinen Kopf nicht von seinem Körper trennen kann.
Wenn es einen "Ein-/ Ausschalter“ im Leben des Propheten gibt, dann wurde dieser bereits von Gott vor langer Zeit auf „Ein“ gestellt und fest justiert, so dass er nie wieder ausgeschaltet werden kann. Nach vielen Zeiten des Handelns Gottes empfindet der Prophet schließlich, dass es das ist, was der HERR für ihn die ganze Zeit bestimmt hat, nicht nur ihm eine Botschaft zu geben, aber ihn zu einer Botschaft zu machen; nämlich einen Boten für seine Zwecke zu gewinnen und ihn zu erfassen, um die Botschaft im innersten Wesen des Propheten einzuprägen.

Der Prophet und die Stimme Gottes

Und so geht der Prophet durch sein Tagesgeschäft, ständig von der Stimme Gottes beeinflusst, zerrissen zwischen der niedrigen Aufgabe in seinen Händen, die seine körperliche und geistige Anstrengung erfordert und der höheren Berufung, die seine ungeteilte Aufmerksamkeit fordert.
Der Prophet weiß, dass er alles – große und kleine Dinge –  auf die Weise tut als würde er sie für den HERRN tun. Aber er weiß auch, dass der Himmel und die Erde in einem tödlichen Kampf über ihm eingeschlossen sind, während er dort in der Mitte steht und den Kampf in seinem Geist wahrnimmt sowie danach verlangt, die Erde zu verlassen und bei Christus zu sein aber zu wissen, dass es sich für seine Brüder mehr lohnt, wenn er bleibt.
Der Himmel ruft den Propheten auf, sich zu erheben, doch die Erde sagt ihm, seine Füße gegründet zu halten.
Sein Herz zerbricht ständig und sehnt sich danach zu gehen, aufzusteigen, sich zu erheben, aufzuhören durch ein dunkles „Glas“ zu sehen, sondern von Angesicht zu Angesicht, ohne die Ablenkung des Natürlichen, des Fleischlichen, des Zeitlichen, weil er sich dessen bewusst ist, dass die Erde nicht seine Heimat ist. Doch er kämpft mit der Tatsache, dass die Erde der Bereich ist, wo er leben und dienen muss.
Das erklärt, warum es manchmal schwierig ist, einen Propheten um sich herum zu haben.

Das Verständnis und die Fähigkeiten eines Propheten


Als prophetischer Gelehrter besitzt er Verständnis und Fähigkeiten, die andere nicht besitzen. Aber es ist ein Geschenk. Es ist nichts von ihm selbst und auch nichts, was er von Gott erhalten hat, dass er sich darüber rühmen könnte.
Wenn man den Propheten fragen würde, ob er das als ein Segen betrachtet, würde er wahrscheinlich sagen, dass es eher wie ein Fluch ist, weil es ihn von anderen abhebt, auch wenn er sein Bestes versucht, sich zu verstecken und sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Er kann das Wort Gottes nicht auf die Weise lesen, wie es andere tun, weil nach nur wenigen Versen der Himmel sich wieder für ihn eröffnet und er sich in seiner Tiefe verliert.
Eine einzige Textpassage kann den Propheten für Monate beschäftigen, während der Himmel es ihm gegenüber entfaltet, so dass er sich nicht davon wegreißen kann.

Die Botschaften des Propheten

Die Predigten des Propheten sind diskutiert, weil er nicht im Voraus darüber entscheiden kann, was er sagen wird, und selbst wenn er etwas Neues und Aufregendes bringen möchte, endet er in der Regel damit, indem er dasselbe wie er es meistens tut sagt: "Tut Buße! Heiligt euch! Naht euch Gott!"
Der Prophet sagt oft nicht das, was er sagen möchte, und er sagt es auch nicht auf die Weise, wie er es gerne verlangt zu sagen.
Wenn er ernsthaft sein möchte, findet er sich lachend wieder. Und wenn er es sich wünscht, freundlich zu sein, findet er sich mit einer erhobenen Stimme gegenüber einer erschrockenen Gemeinde von Menschen wieder, die sich fragen, wie dieser Mann jemals Zugang bzw. Erlaubnis zu ihrer inneren Gemeinschaft erhalten konnte.
Wenn der Prophet einen Ort verlässt, an dem er gedient hat, sieht er so gut wie nie das Ergebnis seiner Arbeit.
Nur die Ewigkeit kann die wahre Bedeutung offenbaren, was von ihm gesagt wurde.
Denn jetzt ist alles verborgen, und der Prophet hat mit der Tatsache zu leben, dass seine Fruchtbarkeit nie in Bezug auf die Weise gemessen werden kann, wie Menschen, (Anm.: einschließlich er selbst), ihn sehen und zu schätzen wissen.

Der Prophet und Religion

Er kann nicht durch die Bewegungen der Religion wie die meisten Sterblichen gehen.
Es ist eine tote, flache Sache für ihn, weil es nicht mit der Realität verglichen werden kann, die er schon erlebt hat.
Der Prophet findet es schwierig der Predigt einer anderen Person zuzuhören, wenn er weiß, dass sie noch nicht in die Höhe gestiegen und nicht balanciert in den Tiefen ist, in denen er bereits navigiert hat. Und wenn er versucht, die Menschen in diese Höhen und Tiefen zu führen, dann wird er selbst oft falsch verstanden oder gänzlich abgelehnt.
Also entweder nimmt der Prophet an der Versammlung teil und leidet in der Stille oder bleibt zu Hause und leidet in der Einsamkeit; aber auf welche Weise auch immer, er leidet.

Das prophetische Sehen des Propheten

Sein prophetisches Sehen ist durch eine Art "geistige Legasthenie" betroffen.
Während andere die Dinge aus einer ein- oder zweidimensionalen Sicht sehen, sieht der Prophet die Dinge auf einmal in mehreren Dimensionen –  vorwärts, rückwärts, Kopf nach unten, rechts nach oben, Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Geist und Fleisch, himmlisch und irdisch –  was ihn oft in Widerspruch mit seinen pragmatischen und doktrinären geistlichen Geschwistern bringt.
Er ist so vereint mit dem, was er gesehen hat, dass er davon spricht als sei es bereits geschehen, weil er es im Wesentlichen bereits zuvor im Ewigkeitsbereich des HERRN erlebte.
Es ist die prophetische Zeit, die diese Dinge nennt, die nicht sind, als ob sie waren.
In der Welt des Propheten ist die Welt des Geistes bereits präsent.
Wir nennen es "Vorhersage", weil wir es noch nicht mit unseren natürlichen Augen sehen können, aber er steht einfach außerhalb von Zeit und sieht die Vergangenheit und Zukunft als eine ununterbrochene und kontinuierliche Gegenwart.

Das Gehör des Propheten

Das Gehör des Propheten ist so feinfühlig, dass er zunehmend sensibel auf seine Umgebung reagiert, auch wenn es so scheint als wenn er nicht darauf aufmerksam geworden ist.
Der Prophet hört, aber er hört innerlich. Er hört nicht mehr mit seinen natürlichen Ohren, weil die himmlische Stimme und das innere Zeugnis zuverlässiger sind. Auf diese Weise ist der Prophet in der Lage Gott sprechen zu hören, während der Rest der Menge sagen würde: "Es donnerte!" oder "Es war ein Engel!"
Er ist auch befähigt zu hören, wenn Gott nicht spricht, und lässt sich nicht durch die Massen von Menschen mitreißen, die den Anspruch erheben, Dinge von Gott gesehen oder gehört zu haben, obwohl Gott nicht gesprochen und sich ihnen nicht offenbart hat.
Der Prophet kann es nicht ertragen, diesen Menschen zuzuhören.

Die Konzentrationsstärke des Propheten

Seine Konzentration ist von einer besonderen Charakteristik beeinflusst, die ihn vor anderen Menschen als hartnäckig und unnachgiebig erscheinen lässt.
Die Wahrheit ist, dass er eigentlich recht flexibel und biegsam vor dem Herrn ist, aber vor den Menschen erscheint er solide und undurchdringlich wie ein Fels.
Keine Überredungs-/ oder Argumentationskunst von Menschen kann den Propheten bewegen – jedoch wird ihn die geringste Berührung des Herrn in die Knie zwingen.
Nachdem der Prophet die EINE Sache entdeckt hat, die benötigt wird, wird er zäh und unbarmherzig die "vielen Dinge" zu meiden, die seine Aufmerksamkeit suchen, weil er alles andere als eine Ablenkung betrachtet.
Tatsächlich ist er durchaus bereit, das Gute für die Gunst des Heiligen zu opfern.
Und wenn der Herr den Propheten auf eine bestimmte Sache fokussiert hat, dann ist der Prophet wie ein Lichtstrahl, der auf einen einzelnen Punkt angesetzt ist, bis alles dadurch schmilzt.
Sogar sein Gebet ist beeinflusst, denn er kann nicht mehr beten, wie er will, und für das, was er will. Er hat scheinbar keinen eigenen Willen. Stattdessen bittet ihn die himmlische Stimme des HERRN mit einer himmlischen Perspektive zu beten, und allzu oft steht die himmlische Perspektive im Widerspruch mit der irdischen Perspektive.
Also, wenn die geistlichen Brüder und Schwestern des Propheten für Segen und Zunahme beten, findet er sich darin, für Zerstörung und Abnahme zu beten.
Und wenn sie Widerstand leisten und gegen etwas beten, findet der Prophet sich darin, Gott genau um die Umsetzung der Sache zu bitten, gegen die der Rest der Welt ist.

Das anormale Leben des Propheten

Für den Rest der Welt hat der „autistische Gelehrte“ ein bisschen das von einem verzögerten Genie, eine unglückliche Mischung aus „Idiotie“ und Brillanz, die in ihrer eigenen Welt gefangen ist.
Der prophetische Gelehrte trägt ein ähnliches Anzeichen.
Aber wenn man den Propheten überhaupt engagieren möchte, wird man bald entdecken, dass er all das als absolut normal betrachtet; so, wie es sein soll. Er will nicht mehr ein normales Leben leben, denn das Leben, das er jetzt lebt, ist normal: Er hat sein eigenes Leben im Austausch für ein neues Leben verloren. Er lebt in den himmlischen Regionen, während er auf der Erde wandelt.
Der Prophet denkt nicht von sich selbst als etwas Besonderes, als etwas anderes als ein normaler Mensch, aber er fragt sich oft laut, warum andere nicht sehen können, was er gesehen hat, wenn alles so selbstverständlich und klar ist. Für ihn, vielleicht; aber der Rest von uns ist geblendet durch das Licht, das er ausstrahlt, ohne es zu wissen.

Chip Brogden




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