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Die Zeichen Gottes verstehen

04.09.2011, Daniel Glimm


Einleitung

Vor einigen Tagen wachte ich in den frühen Morgenstunden der vierten Nachtwache auf, so dass ich für einige Zeit nicht mehr einschlafen konnte.
Aufgrund dieser Tatsache fragte ich den HERRN, ob er eine Nachricht für mich hatte.
Da die vierte Nachtwache mit dem zunehmenden Morgenlicht und dem Tagesanbruch im Zusammenhang steht, bin ich der Überzeugung, dass der Heilige Geist uns als sein Volk auf einen neuen und wichtigen Tag vorbereitet, in dem es von Bedeutung ist, dass wir als wiedergeborenes Volk Gottes seine freigesetzten Zeichen im Alltag in dieser Zeit verstehen, die das Wort Gottes auch als Orakel beschreibt.
Das Wort Orakel mag für einige Gläubige einen komischen Beigeschmack besitzen, da es schnell mit den Kräften der Zauberei in Verbindung gebracht wird, was von Gott jedoch so nicht gedacht ist.


Was ist ein Orakel?

Es ist eine göttliche Nachricht, die von Gott als Antwort auf eine Bitte für Führung über Verhalten, religiöse Verordnungen oder des täglichen Lebens gegeben wird.
Normalerweise sind der Prophet und der Priester diejenigen, die die Orakel empfangen.
Die Anfrage der Priester des Alten Testaments von Urim (Anm.: Lichter) und Tummim (Anm.: Vollkommenheiten, auch Heiligkeit, Wahrheit, Recht) ist ein Beispiel für die Antwort auf ein ersuchtes Orakel (vgl. 2.Mose 28,30; 3.Mose 8,8).
Die Aufgabe der beiden Lose (Anm.: Offenbarung= Licht; Wahrheit= Recht) übernimmt heutzutage der Heilige Geist (vgl. Johannes 16,13).
Die Antworten wurden durch die beiden Lose hervorgerufen oder vom Gesetz Gottes gewahrt. Durch sie setzte Er oder erläuterte Er Seinen Dienern Seine Befehle.
Orakel unterscheiden sich von Prophetie, indem sie erbeten und gegeben werden auf die Antwort eines Gebetes, Fürbitte oder Ersuchens.
Prophetie kommt als direkte Initiative von Gott unabhängig davon, ob der Prophet oder der Hörer nach dem Wort Ausschau hält.
Salomos Tempel beinhaltete einen Bereich für Orakel (vgl. 1.Könige 6,31= KJV übersetzt hier das Wort Orakel -“debiyr“= das Hintere, der Hinterraum, Rücken oder auch Sprecher).
Orakel wurden durch Ersuchen hervorgebracht.
Orakel sind oft lehrreich und können auch eine aufgebaute Handlung von einem speziellen Reden des Herrn sein. Das griechische Wort für Orakel ist “logion“. Es bezieht sich auf “ein Reden oder die Last vom Reden des HERRN“.
Orakel beinhalten die Gebote und die Führung, welche nicht unbedingt voraussagend oder offenbarend in ihrer Natur sind. Das hebräische Wort für Orakel ist “dabar” (sprechen) und sein Grundwort ist “debiyr“. Es bezieht sich auf die Führung, die jemand von Gott empfängt als Antwort auf eine Frage (vgl. Richter 6,36-40: Auslegung eines Fließ/ Orakel durch Gideon). 
(Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 367 und 368)

Kurz gesagt, sind Orakel Zeichen von Gott, die er dazu gebraucht, um zu uns im Alltag zu sprechen.
Der Prophet Jeremia erhielt z.B. von Gott durch alltägliche Geschehnisse prophetische Wegweisung bzw. Offenbarung (vgl. Jeremia 18,1-6).

Jeremia 18,1-6:
1 Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia: 2 Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich meine Worte hören lassen.
3 Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe.
4 Und der Topf, den er aus dem Ton machte, missriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.
5 Da geschah des HERRN Wort zu mir: 6 Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer?, spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand.

Auch Jesus gebrauchte die Situation seiner Jünger, wo sie das Brot, von der zweiten Brotvermehrung vergaßen, um sie vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer zu warnen (vgl. Matthäus 16,5-7).

Matthäus 16,5-7:
5 Und als die Jünger ans andre Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.
6 Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
7 Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird es sein, dass wir kein Brot mitgenommen haben.

Achte auf Gottes gesetzte Zeichen!

Es ist wichtig, dass wir auf die Zeichen der Zeiten von Gott achten und diese gemäß unserem geistlichen Reifegrad bzw. Glauben analysieren, wie es der königliche Beamte tat, dessen Sohn in der siebenten Stunde geheilt wurde (vgl. Johannes 4,49-54 i.V.m. Römer 12,6).

Johannes 4,49-54:
49 Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!
50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
51 Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt.
52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber.
53 Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.
54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Römer 12,6:
… 6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß.

Es ist kein Zufall, dass der Beamte nach der Stunde der Heilung forschte, weil er wissen wollte, was sich für ein Zeichen bzw. eine Botschaft dahinter verbarg.
Wenn wir die Stellung des Beamten in einem prophetischen Kontext betrachten, weist diese auf einen hohen Grad der geistlichen Reife und Autorität hin, da ein Beamter im Leib Jesu als ein Amtsträger des fünffältigen Dienstes gesehen werden kann, der dazu eingeteilt ist, das Volk Gottes mündig zu machen und in die geistliche Reife zu bringen (vgl. Epheser 4,11-14).

Epheser 4,11-14:
11 Und er (Anm.: Jesus) hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.

Die Heilung des Sohnes vom königlichen Beamten fand in
Kana Galiläa/ Kapernaum statt, wo Jesus zuvor das Wasser zu Wein verwandelt hatte. Kana bedeutet “Schilfrohr” und Kapernaum bedeutet “Dorf des Trostreiches”.
Die Heilung vom Sohn des königlichen Beamten ist ein Hinweis auf die Transformation der königlichen Priester, die sich derzeit in einem genickten Zustand befinden und durch die Kraft Jesu vollkommen aufgerichtet werden, um wieder den Himmel offen zu sehen und Träger der hohen Gedanken des Vaters zu sein, um diese an die betreffenden Personen zu übermitteln und dadurch den Menschen Ermutigung und Trost spenden (vgl. Matthäus 12,20-21 i.V.m. Jesaja 55,8-9).

Matthäus 12,20-21:
“… 20 das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum Sieg; 21 und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.”

Jesaja 55,8-9:
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Das erste Zeichen Jesu in Galiläa (Anm.: die Verwandlung von Wasser zu Wein) und das zweite Zeichen Jesu in Galiläa (Anm.: Heilung des Sohnes vom königlichen Beamten) fanden beide nicht in direkter Öffentlichkeit statt, sondern im Verborgenen. Wenn ich das in meinen Worten ausdrücken würde, fanden diese Zeichen im
“Hinterraum Gottes” statt, der auch als das hebräische Wort “debiyr“ (Anm.: bedeutet  “das Hintere, der Hinterraum, Rücken oder auch Sprecher“) übersetzt werden kann und in der King James Bibel bei 1.Könige 6,31 als Orakel genannt wird.
Jesus offenbarte schon im voraus an dieser Stelle durch die beiden Zeichen die Kraft seines Leidens, das er aufgrund der Sünde der Welt auf sich nahm (vgl. Jesaja 53,4-5 i.V.m. Johannes 19,33-34).

Jesaja 53,4-5:
4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Johannes 19,33-34:

33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; 34 sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus (Anm.: Geburtsstunde der Braut Jesu).

Und diese ersten beiden genannten Zeichen in Galliläa zeugen deutlich davon.
 
Das Morgenlicht und der frische Tageswind

Es ist wichtig, dass wir uns tiefer in das prophetische Feld in Jesus Christus begeben und wie der Prophet Samuel das frische Licht und den offenbarenden Tagwind in das Haus des HERRN fluten lassen, um die Schritte Gottes, welche seine offenbarenden Pläne für unser Leben sind, mit Freude in Empfang zu nehmen (vgl. 1.Samuel 3,15 i.V.m. 1.Mose 3,8a).

1.Samuel 3,15:
15 Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause des HERRN. Samuel aber fürchtete sich, Eli anzusagen, was ihm offenbart worden war.

1.Mose 3,8a:
8a Und sie (Anm.: Adam und Eva) hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl (Anm.: beim Wind des Tages) geworden war.

Der Schlüssel: Die Nahrungsaufnahme des Wortes Gottes

Es ist von höchster Wichtigkeit, dass wir nur gemäß unserem Glauben und aus dem Blickfeld unserer geistlichen Reife (Anm.: Verständnis im Wort durch das Aufnehmen der festen Speise, vgl. Hebräer 5,13-14) die Zeichen Gottes erkennen, die er uns zeigt und nicht die, von denen wir denken, dass sie ein Zeichen von Gott sind (vgl. 2.Petrus 1,21).

2.Petrus 1,21:
21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Wenn wir uns dem eben genannten Vorgehen widersetzen, kommt es zu hypnotischen Situationen, in denen die Kraft der Seele die Menschen in geistliche Sphären treibt, was sogar im Wahnsinn enden kann. Es ist eine falsche Trance, die Menschen in eine Sphäre von Illusionen hineindrückt, die aus dem eigenen Herzen und nicht von Gott kommen.
Deshalb ist es wichtig, dass wir das Wort Gottes lesen und es auf diese Weise in uns aufnehmen, um Gott und seinen Willen mehr zu erkennen, was zu wahrem Leben führt (vgl. Johannes 17,3).

Johannes 17,3:
3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Das königliche- priesterliche Leben

Um die Orakel (Anm.: Zeichen) Gottes richtig zu verstehen, bedarf es eines königlichen und priesterlichen Lebens, das sich vollkommen dem Willen von Jesus unterstellt (vgl. 2.Mose 19,5-6).

2.Mose 19,5-6:
5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

Es waren die Priester im Alten Testament, die dazu fähig waren die Lose Urim und Tummim anzuwenden.
Um in der Autorität des Priesters zu stehen und Wegweisung zu geben, bedarf es eines hohen Maßes an Demut und Training im Wort Gottes.
Hierbei handelt es sich um ein Gott hingegebenes Leben, das sich in erster Linie aus unserer persönlichen Kammer (Anm.: Hinterraum=
“debiyr“), also aus der persönlichen Beziehung zu Jesus entwickelt, damit wir in der Lage sind zu einem klaren Klang der Richtungsweisung in unserem Verantwortungsfeld zu werden.
Ja, wir sind gemäß Offenbarung 1,5-6 als Könige und Priester durch das Blut von Jesus berufen, jedoch müssen wir in dem Feld unserer Verantwortung und Autorität heranreifen.
Es verhält sich ähnlich wie bei einem Kind, das durch seine Mutter zur Welt gebracht wird. Es ist ein vollkommener Mensch, jedoch muss es trotzdem in seine Reife gebracht werden.

Amen und Amen.

In Seinem Licht und Recht,

Daniel Glimm





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