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Ein strategisches Wort für Berlin und Deutschland

01.03.2011, Daniel Glimm


Einleitung

In Anbetracht eines Traumes, den ich am 20.02.2011 in den frühen Morgenstunden erhielt, auf den ich später eingehen werde, sowie des stattgefundenen Erdbebens am 14.02.2011 im Südwesten von Deutschland mit einer Stärke von 4.4 auf der Richterskala, möchte ich nochmals an das prophetische Wort “Deutschland, Jesus bewegt sich auf Berlin zu!”  erinnern, das am 23.12.2010  prophezeit wurde.:


“Da ist der zweite Fuß von Jesus im Südwesten von Deutschland, den Er nachgezogen hat, weil sich Jesus Schritt für Schritt auf die Hauptstadt Berlin zu bewegt, um dort einzumarschieren, spricht der Geist des Propheten!
Es ist der Schritt des Löwen von Juda, der das unschuldig vergossene Blut der Gerechten in Deutschland aus dem Mittelalter mit seinen Schritten an die Oberfläche holt und sie mit dem prophetischen Ruf für diese Zeit vereint!
Es ist eine kraftvolle Stimme der Gerechten in Einheit!
Es ist ein machtvoller apostolisch- prophetischer Klang, der in dieser Nation ertönt!
Das Jahr 2011 wird ein kraftvolles prophetisches Jahr für Deutschland!
Da ist die apostolische Autorität, die vom Südwesten in den Nordosten von Deutschland zieht und im Südwesten durch die Tore in Berlin eintritt, spricht der Geist des Propheten!
In dem Jahr 2011 steht der HERR mit Seinen beiden Füßen und Seinem ganzen Körper in Deutschland!
Jeder Schritt von Jesus aktiviert den Ruf nach Gerechtigkeit in Deutschland!
Es ist die Zeit, in der das Blut der Märtyrer in Deutschland mit den Schritten Christi in Übereinstimmung kommt!
Berlin, sei bereit! Berlin, sei auf den Sturm vorbereitet, der auf dich zukommt!
Führungskräfte der Braut Jesu in Berlin, seid mit einem Herzen von Liebe und Demut auf die Heimsuchung vorbereitet, so dass der Leuchter nicht von seiner Stelle gerückt wird, spricht der Geist des HERRN (vgl. Offenbarung 2,4-5)!
Wir empfangen Dich! Wir erwarten Dich, Brüllen des Löwen von Juda!
Sein Brüllen erschüttert und lässt erbeben die Wüste von Kadesch! Jesus erschüttert das Feld Seiner Geweihten (vgl. Psalm 29,8)!
Da ist das Brüllen des Löwen, das sich zwischen Jerusalem und Berlin abwechselt, spricht der Geist des Propheten!
Es ist das apostolische Brüllen, das die Propheten prophezeien lässt (vgl. Amos 3,8)!
JESUS, DER PROPHET bewegt sich in Deutschland auf Berlin zu und lässt die Propheten in Deutschland aufstehen, weil sie Beute zum Austeilen haben (vgl. Amos 3,4)!
Da sind die Führungskräfte und ihre Dienstengel in den Städten von Deutschland, die Jesus nach Berlin laufen sehen und auf ihre Knie fallen, um ein Spalier der Ehre zu bilden, spricht der Geist des Propheten!
Jesus kommt, um das Feld der Religionen zu erschüttern!
Da ist das Ertönen der Klingel, auf das du vorbereitet sein musst! Erwarte nicht zu wenig!
Erwarte nicht nur eine Person, die an der Tür steht, weil Ich ein ganzes Bündel von Segen zu dir bringe, spricht der HERR!
Du kannst es nicht alleine aufnehmen und auch nicht bewältigen, was Ich zu dir bringe!
NUR in Gemeinsamkeit wirst du in der Lage sein, das zu empfangen, was bei dir klingelt (vgl. Lukas 5,4-7)!
Es ist die prophetische Kraft, die die Braut Jesu in Einheit herausfordern wird!”


Der Traum “Der Zeitpunkt der Beschleunigung und die Hauptstadt Berlin”

In den frühen Morgenstunden des 20.02.2011 erhielt ich einen Traum, der für uns als Volk Gottes eine strategische Offenbarung für die nahe Zukunft enthält.
Ich sah, wie ich mich inmitten der Vorbereitung bei einem Formel 1 Qualifikationsrennen befand und konnte die Rennfahrer aus den jeweiligen Nationen sehen, die in ihrem Rennoutfit alle unterschiedliche Farben trugen. Hierbei konnte ich eindeutig die Sturmhauben der Rennfahrer erkennen, die verschiedenfarbig gefärbt waren.
Während ich dies sah, stand ich mitten auf dem Asphalt der Rennstrecke mit den Rennfahrern und hatte ein Gespräch mit dem deutschen Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel. Ich sah, wie er sich auf das Qualifikationsrennen vorbereitete, was dem Rennfahrer dazu dient, den jeweiligen Startplatz für das Hauptrennen zu sichern.
Bei der Qualifikation, das auch “Qualifying” genannt wird, handelte es ich nicht um eine normale ablaufende Qualifikation, da ich sehen konnte, dass für jeden Rennfahrer ein besonderes Fahrzeug zur Verfügung stand, das wie ein Katapult diente, um die Rennfahrer in ihre Sitze der Rennfahrzeuge zu befördern.
Kurze Zeit später konnte ich sehen, wie diese Fahrzeuge in unsagbar großer Geschwindigkeit die jeweiligen Fahrer in ihre Rennsitze hineinkatapultierten. Während dieser Zeit hörte ich das laute Aufheulen der Motoren und sah wie das “Qualifying” begann.
Als das Rennen zur Qualifikation zu Ende war, kam Sebastian Vettel auf mich zu, so dass ich mit ihm ein weiteres Gespräch führen konnte.
Ich sprach mit ihm über die Wichtigkeit in dieser Zeit seinen alten Wohnort zu verlassen und sich zu einem neuen Wohnort zu bewegen.
Als ich dies ihm mitteilte, gab er mir zu verstehen, dass er in Französisch Buchholz bei seiner Mutter lebe und es sich fest in dieser Zeit vorgenommen habe in das Zentrum von Berlin zu ziehen.
Dann endete der Traum.

Die Zeit der Beschleunigung

Ich sehe diesen Traum als einen Aufruf für uns als Volk Gottes in dieser Zeit unsere vertrauten Orte bzw. Methoden zu verlassen und in das Zentrum Gottes einzutreten.
Wir befinden uns derzeit in einem Prozess der geistlichen Beschleunigung und Vorbereitung, in der es wichtig ist, dass sich unser Wille mit dem Plan Gottes für unser Leben verbindet, damit wir rechtzeitig in der vom Vater zugeteilten Position im Königreich stehen, die durch das nötige Maß des Gehorsams und der Nachfolge mit Jesus eingenommen wird.

Die Qualifikation und das Rennen

Ich empfinde sehr stark, dass das Jahr 2011 das Jahr der Qualifikation ist, das dazu führt, wie wir das Rennen, in das uns Gott im Jahr 2012 setzt, meistern.
Jetzt ist es wichtig vertraute Umfelder bzw. ausgediente Vorgehensweisen der Vergangenheit zu verlassen, die uns in unserem Vorankommen mit Jesus aufhalten, um in das Zentrum der Verheißung einzutreten, so wie es auch Elisa tat als Elija ihn aufforderte mit ihm zu gehen (vgl. 1.Könige 19,19-21).

1.Könige 19,19-21:
19 Und Elia ging von dort weg und fand Elisa, den Sohn Schafats, als er pflügte mit zwölf Jochen vor sich her, und er war selbst bei dem zwölften. Und Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn.
20 Und er verließ die Rinder und lief Elia nach und sprach: Lass mich meinen Vater und meine Mutter küssen, dann will ich dir nachfolgen. Er sprach zu ihm: Wohlan, kehre um! Bedenke, was ich dir getan habe!
21 Und Elisa wandte sich von ihm weg und nahm ein Joch Rinder und opferte es, und mit den Jochen der Rinder kochte er das Fleisch und gab es den Leuten, dass sie aßen. Und er machte sich auf und folgte Elia nach und diente ihm.

Ein neues prophetisches Zeitalter

Dies hat auch mit einem prophetischen Zyklus zu tun, der jetzt endet und auf den ein neuer prophetischer Zyklus aufbaut (vgl. Matthäus 4,12-17).

Matthäus 4,12-17:
12 Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück.
13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (vgl. Jesaja 8,23; 9,1): 15 “Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, 16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.”
17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

In diesem Zusammenhang verspürte ich, dass der HERR einen großen Hebel im Monat Juni 2011 in Deutschland umlegen wird, der eine alte prophetische Zeit in unserer Nation beendet und eine neue prophetische Zeit einläutet.
Es wird eine ähnliche Stimme, wie die vorherige Stimme sein, jedoch wird sie in einer höheren Autorität sprechen.
Es geht nicht um den Adler, sondern um den Adler mit dem Herz einer Henne! Das bedeutet, dass es sich hierbei um fürsorgliche Propheten handelt, die die Heiligen nicht nur mit der prophetischen Botschaft vorbereiten, sondern auch schützen und heranbilden (vgl. Lukas 13,34-35).

Lukas 13,34-35:
34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt!
35 Seht, “euer Haus soll euch wüst gelassen werden” (vgl. Jeremia 22,5; Psalm 69,26). Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!

Es ist kein Zufall, dass Jesus in dieser Situation die Propheten gemeinsam mit der Fürsorge der Henne erwähnte.
Es war der Prophet Hesekiel, der inmitten von Chaos und Uneinheit im Tal der Totengebeine stand, und als Prophet mit dem Geist Gottes kooperierte.
Es war der Geist der Prophetie, der den Leib in die Einheit brachte (vgl. Hesekiel 37,1.7-8)!

Hesekiel 37,1.7-8:
1 Des HERRN Hand kam über mich und er führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine.
7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein.
8 Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen.

Prophetische Gebiete

Es kommen in naher Zukunft Regionen in Deutschland ans Licht, in denen sich die Menschen um die Propheten ansiedeln, wodurch sich eine starke mit dem Geist der Prophetie getränkte Region etabliert, so wie es bei Elisa und Samuel der Fall war (vgl. 1.Samuel 19,18-24; 2.Könige 6,1-3).

1.Samuel 19,18-24:
18 David aber floh und konnte entrinnen und kam zu Samuel nach Rama und sagte ihm alles, was ihm Saul angetan hatte. Und er ging mit Samuel und sie blieben zu Najoth (Anm.: Prophetenhaus).
19 Und es wurde Saul angesagt: Siehe, David ist zu Najoth in Rama.
20 Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Und sie sahen die Schar der Propheten in Verzückung und Samuel an ihrer Spitze. Da kam der Geist Gottes auf die Boten Sauls, sodass auch sie in Verzückung gerieten.
21 Als das Saul angesagt wurde, sandte er andere Boten; die gerieten auch in Verzückung. Da sandte er die dritten Boten; die gerieten auch in Verzückung.
22 Da ging er selbst nach Rama. Und als er zum großen Brunnen kam, der in Sechu ist, fragte er: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm gesagt: Siehe, zu Najoth in Rama.
23 Und er machte sich von dort auf nach Najoth in Rama. Und der Geist Gottes kam auch über ihn und er ging einher in Verzückung, bis er nach Najoth in Rama kam.
24 Da zog auch er seine Kleider aus und war in Verzückung vor Samuel und fiel hin und lag nackt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: Ist Saul auch unter den Propheten?

2.Könige 6,1-3:
1 Die Prophetenjünger sprachen zu Elisa: Siehe, der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng.
2 Lass uns an den Jordan gehen und jeder von uns soll dort einen Stamm holen, damit wir uns eine Stätte bauen, wo wir wohnen können. Er sprach: Geht hin!
3 Und einer sprach: Geh doch mit deinen Knechten! Er sprach: Ich will mitgehen.

Kommende Manifestationen des Heiligen Geistes

In diesen prophetischen Gebieten wir ein hoher Maßstab der Weisung Gottes vorhanden sein, die sich mit den Manifestationen der Hugenotten ähneln werden.
Es wird nicht die gleiche Ausgießung sein, sondern eine Verstärkung der Kraft Gottes, so wie Jesus den Dienst von Johannes ablöste und darauf weiter aufbaute.
Es handelt sich hierbei um ein Erwachen und eine Verstärkung der Salbung aus den alten Zeiten, so wie es in dem oben genannten prophetischen Wort geweissagt wurde.
Darauf weist der Ortswechsel in dem Traum durch Sebastian Vettel hin, der von Französisch Buchholz in das Zentrum Berlins umzog.
Heilige, da ist eine gewaltige Ausgießung des Heiligen Geistes am kommen, die mit Manifestationen in Verbindung steht, die wir noch nie zuvor in Deutschland gesehen haben.
Der Ortsteil Französisch Buchholz, der in Berlin im jetzigen Bezirk Pankow liegt, war früher ein Ort, wo einige Hugenotten gelebt haben (Anm.: näheres hier.)
(Anm.: Das ehemalige Wappen von Französisch Buchholz hat einen roten Adler, der aus einem grünen kräftigen Baum aufsteigt.)

Wer waren die Hugenotten? Was für einen Segen hinterließen sie  und was können wir aus ihren Fehlern lernen?

Ich möchte in Bezug auf die Hugenotten und die bei ihnen aufgetretenen Manifestationen ein Zitat aus dem Buch “Ecstatic Prophecy”, Seiten 110-113 von Stacey Campbell mit Wesley Campbell, erschienen bei Chosen Books, ISBN 978-0-8007-9449-1 wiedergeben, das für uns als Volk Gottes in Deutschland von Wichtigkeit ist, um in der Fülle der Kraft Gottes voranzugehen und nicht in die gleiche Falle zu tappen.

Die französisch-calvinistischen Hugenotten

Beinah zeitgleich mit der Quäker-Erweckung in England fand die ekstatisch-prophetische Hugenottenbewegung in Frankreich statt. Es handelte sich um eine echte evangelische Bewegung, die 1559 offiziell ins Leben gerufen worden war.
Die Gruppe wurde von Beginn an stark verfolgt und als König Ludwig XIV 1685 ein Edikt erließ, in dem er den Protestantismus verbot, wurden die Hugenotten nahezu ausgelöscht. Sie erlitten Druck und Gewalt sowie mentale und körperliche Folter und wurden gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören oder zu sterben. Das für uns Interessante an dieser Bewegung ist ihr fast ausschließlich ekstatisches Wesen. Dies ist eine unbestrittene Tatsache. Es folgt die Einschätzung eines Kritikers zum Geschehen in den Versammlungen der Hugenotten:
„In Hinblick auf die physischen Manifestationen gibt es kaum einen Unterschied in den Berichten von Anhängern und Gegnern der Bewegung. Unter den Betroffenen befanden sich sowohl Männer als Frauen, Alte wie Junge. Es gab viele Kinder, Jungen und Mädchen, etwa 9 oder 10 Jahre alt. Sie entsprangen dem einfachen Volk – dem Abschaum der Menschheit, wie ihre Gegner behaupteten – unwissend und unkultiviert; die Meisten von ihnen konnten weder lesen noch schreiben. … Solche Menschen fielen plötzlich nach hinten um und waren seltsamen und anscheinend unfreiwilligen Verzerrungen ausgesetzt, während sie der Länge nach auf dem Boden lagen. Ihr Brustkorb schien sich zu heben und ihr Bauch schien sich aufzublähen. Nach dem allmählichen Abklingen dieses Zustands erlangten sie offenbar umgehend ihre Sprachleistung zurück. Nach anfänglicher, von Schluchzen unterbrochener Rede, ergoss sich ein Schwall an Worten – Schreie nach Erbarmen, Aufrufe zu Buße und Umkehr, Ermahnungen an Umstehende, den Besuch der Heiligen Messe einzustellen, die Denunzierung der Kirche von Rom, Prophetien über das kommende Gericht.“ 11
Jeder, der Erweckungsbewegungen eingehend studiert, wird erkennen, dass die übertragbare Verzückung fast immer Hauptbestandteil von Erweckung ist. Die Hugenottenbewegung bildet da keine Ausnahme. Der Geist der Prophetie schien auf jeden zu kommen, der in das geographische Umfeld der Hugenotten kam.
Die Hugenottenbewegung begann ursprünglich als Prophetenschule. Ein Mann namens DuSerre eröffnete eine prophetische Schule, in der viele Schüler gerade einmal 10 oder 12 Jahre alt waren. Die Ausbildung beinhaltete intensive Zeiten des Dienens, Gebet, Fasten und Lehre des Wortes Gottes. Die Schüler wurden mit  dem Heiligen Geist erfüllt, prophezeiten, machten Verzückungserfahrungen, fielen zu Boden, beteten an und zitterten unter der Kraft Gottes. Danach wurden sie ausgesandt und wo immer sie hinkamen, schoss Prophetie hervor wie eine Stichflamme. Von ihnen wurde gesagt, sie würden „Spuren“ hinterlassen, denn Menschen erhielten die „Gnaden“ – anders ausgedrückt empfingen Menschen die prophetische Gabe und es hatte den Anschein, als ob beinahe jeder prophezeien würde. Man sagte, dass es in den Tälern nur so von Propheten wimmelte und dass die Berge mit „les inspires“ oder „den Inspirierten“ bedeckt waren.
Einer der hartnäckigsten Kontrahenten der Hugenotten, ein Mann namens Brueys hatte seine ganz eigene Theorie in Bezug auf ihre Manifestationen. Abbot Brueys (ein ehemaliger Protestant, der durch Bossuet konvertierte) hatte eine medizinische Erklärung:
Es handelt sich um eine Krankheit des Geistes, eine Art Melancholie. Durch Fasten, Gebetswachen und völlige Übermüdung haben sie ihren Verstand verloren, sind geistig verwirrt.“
Des Weiteren hegte er den Verdacht, dass Pastoren im Exil hinter dieser Sache steckten, die sich einfältige Menschen unter den Protestanten auswählten, um sie zum Aufstand gegen die Obrigkeit aufzuwiegeln. Er erwähnt DuSerre und seine „Propheten-Fabrik“ und beschuldigt ihn, er würde die Kinder lehren, „zu posieren, törichte Possen zu reißen, in die Hände zu klatschen, sich selbst rücklings auf den Boden zu werfen, die Augen zu schließen, ihre Bäuche und Kehlen aufzublähen und in dieser Haltung zu verharren, um dann nach plötzlichem Erwachen all das, was ihnen gerade in den Sinn kam, lauthals herauszutönen.“ 12
Interessanterweise war die Kirche, bzw. Gemeinde jener Zeit bis dahin traditionell und reglementiert, Kinder und Frauen hatten im Gottesdienst zu schweigen und die Nichtgeistlichen (also alle Nichtkleriker) besaßen keine Bibeln. Nun aber war der Heilige Geist auf jeden ausgegossen worden, Alte und Junge, Männer wie Frauen (so ähnlich wie in Apostelgeschichte 2). Das war anfangs gut und viel Frucht wurde dadurch hervorgebracht. Erweckung brach aus und tausende von Bekehrungen waren das Ergebnis.
Mit der Zeit liefen die Dinge jedoch aus dem Ruder. Wie bei den Quäkern war es die Salbung, die den Gottesdienst bestimmte, nicht das Wort. Die Propheten nahmen den Platz der Lehrer ein. Leiterschaft wurde durch Manifestationen ersetzt. Mit anderen Worten, je stärker die Manifestation, desto mehr erwarteten die Menschen ein sehr kraftvolles prophetisches Wort. Da zu jener Zeit nicht jeder eine Bibel besaß, hatten Unkenntnis über das Wort Gottes gepaart mit starken Manifestationen verheerende Konsequenzen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Prophetien beurteilt wurden, außer anhand der Stärke etwaiger auftretender Manifestationen. Darüber hinaus wurden die Hugenotten auf das Äußerste verfolgt und diese Kombination aus Propheten ohne Lehrer und extremen Leiden war der Grundstein für eine Katastrophe. Sie hatten eine unumstrittene Erfahrung gemacht, doch der Schmerz über die Hinrichtung ihrer Freunde und Familien führte dazu, dass sich ihre Weltanschauung veränderte.
Ich persönlich meine, dass die Propheten in ihrer Seele, ihrem Geist verwundet wurden; darum prophezeiten sie schließlich, dass die Menschen Waffen gegen ihre Bedroher ergreifen sollten. Die französischen Propheten prophezeiten sogar, dass sie bewaffnete Konflikte gewinnen würden, obwohl sie zahlenmäßig stark unterlegen waren. Sie zogen in den Krieg und wurden zu tausenden niedergemetzelt, bis praktisch nichts mehr übrig war von ihrer Bewegung. Sie kamen um durch das Schwert.
Die Hugenotten sind Beispiel für eine gefährliche Tendenz, deren Auftreten ich mehr als einmal in prophetischen Bewegungen gesehen habe. Die Geschichte zeigt uns, dass die Hervorhebung der Prophetie unter Auslassung anderer geistlicher Gaben wie Lehren, pastorale Betreuung, Leiterschaft usw., ausnahmslos Chaos produziert. Da Prophetie gepaart mit Manifestationen so kraftvoll ist, fangen die Menschen an, Propheten wie ein Orakel zu behandeln und bemühen sich nicht länger, die Stimme Gottes für sich persönlich zu hören. Dann gehorchen sie blind dem Wort des Propheten und geistliche Blindheit ist die Folge. Ich werde immer sehr nervös, wenn Propheten und prophetische Worte zur Abtrennung vom Leib Christi aufrufen, indem sie behaupten, „Gott fordere dazu auf“ oder „Er tue etwas Neues“. Meistens hat der Herr nichts damit zu tun. Es mag sein, dass die Verwundungen und die Ablehnung, die der Prophet erfahren hat, die ursprüngliche Bedeutung solcher Worte verzerrt haben. Propheten prophezeien nur „stückweise“ und es ist das ultimative Ziel der  Propheten, eine  Generation in der „Einheit des Glaubens“ und mit der „Erkenntnis des Sohnes Gottes“ auszurüsten (siehe Epheser 4, 13).


Zitat 11: Francois-Maximilien Misson, Le Théatre Sacré des Cévennes. Ou Récit de diverses
merveilles nouvellement opérées dans cette Partie de la Province du Langue-doc (London: Roger
Robert,1707; repr. Paris: Les Éditions Paris, 1996). 205.

Zitat 12: Abbot Brueys, a History of Fanaticism in Our Time (Paris: Muguet, Francois, 1692),
wie zitiert in The Prophetic Movement in the Cévennes or The Anointing of the Holy Spirit on
France: Reflections on the Prophetic Movement in the Cévennes in the 17`th and 18`th Centuríes,
M. Henning Schikora Mas David, F 30360 Vézénobres, France; email: Cevennes@hotmail.com


(Anm.: Übersetzung ins Deutsche von Margit Kelly)

Amen und Amen.

Seine frische, prophetische Kraft empfangend,

Daniel Glimm





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